Deutsche Sporthilfe

Fechten: Happy End in Bronze für die Florett-Herren

London (GB), 05.08.2012 -

Erst fühlten sie sich um die Goldchance betrogen, aber am Ende gab es immerhin ein Happy End in Bronze: Die tapferen Florett-Kämpfer haben die schlechteste Olympia-Bilanz der deutschen Fechter seit 16 Jahren geschönt. Als versöhnlichen Abschluss des schwachen Auftritts siegten der viermalige Weltmeister Peter Joppich, Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink, Sebastian Bachmann und Andre Weßels, der im Finale kurzfristig für den verletzten Bachmann einspringen musste, mit 45:27 gegen die USA. Nach Degen-Silber für Britta Heidemann war es die zweite Medaille für das sonst so erfolgsverwöhnte Team.

"Wir haben zwar eine Medaille gewonnen, aber ehrlich gesagt sind wir noch immer enttäuscht", sagte Joppich, für den es bei den dritten Spielen die erste Olympia-Medaille war. "Das war ein ganz, ganz mieses Ding, das da gelaufen ist, wir fühlen uns betrogen", sagte auch Kleibrink nach dem Bronzekampf. "Es war eine super Performance im Kampf um Platz drei, aber es ist eine Medaille mit einem Beigeschmack", sagte Joppich über die unglückliche 40:41-Niederlage im Halbfinale gegen Japan in der Verlängerung. Mit grandiosem Kampfgeist hatte er im letzten Gefecht gegen den Japaner Yuki Ota wie schon im gewonnenen Viertelfinale gegen Russland einen klaren Rückstand des deutschen Teams in eine Führung verwandelt. Dann kassierte er eine Sekunde vor Schluss den Ausgleich zum 40:40.

Im Sudden Death wurde dann zweimal ein Treffer für den Mann aus Koblenz angezeigt, den das Kampfgericht nach Ansicht der Videos jedoch nicht anerkannte. Beim dritten Mal traf dann Ota zuerst und Japan wurde nach langer Beratung zum Sieger erklärt. Sportdirektor Manfred Kaspar bezeichnete das als "seltsame Reihung von Fehlern". "Da ist dreimal gegen uns entschieden worden", sagte Ersatzmann Weßels: "Aber das sind Tatsachenentscheidungen, da kann man nichts gegen machen."

(dapd)

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