Deutsche Sporthilfe

Goldene Sportpyramide

Goldene Sportpyramide allgemein - Einzelsicht

Seit dem Jahr 2000 wird bei der Benefiz-Gala Goldene Sportpyramide eine herausragende Sportlerpersönlichkeit für ihr Lebenswerk geehrt. Kriterien für die Nominierung sind neben dem sportlichen Erfolg vorbildliche Leistungen im gesellschaftlichen und im beruflichen Bereich.

Den mit der Ehrung verbundenen Preis in Höhe von 25.000 Euro reicht der Preisträger an ein Benefiz-Projekt im Sport weiter. Die Verleihung gehört zu den Kernaufgaben des Stiftungsrates der Deutschen Sporthilfe.

Mit der Verleihung der Goldenen Sport­pyramide unterstreicht die Sporthilfe ihre Überzeugung, dass der Spitzensport auf die Entwicklung im Breitensport und auf unsere Gesellschaft positiv einwirken kann, wenn er über besondere Vorbilder verfügt.

Im Juli 2017 wurde die "Goldene Sportpyramide" an Christian Neureuther verliehen.

2017 - Christian Neureuther

* 28. April 1949 in Garmisch-Partenkirchen

Mr. Skisport mit großem Herz

Christian Neureuther ist einer der bekanntesten deutschen Skisportler und war in den 1970er Jahren einer der weltbesten Slalomfahrer, zweimal Fünfter bei Olympia. Er begleitet den Skisport als Athlet, Kritiker und Funktionär in idealtypischer Weise. Wegen des mustergültigen Familienlebens mit seiner (seit 1980) Ehefrau Rosi Mittermaier-Neureuther (2001 Preisträgerin der Goldenen Sportpyramide, 2006 in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen), des gemeinsamen sozialen Engagements, des eigenständigen Profils als „Querdenker“ ist Neureuther Vorbild für viele Sporttalente und Vorausdenker für die Entwicklung des Alpinen Skisports.

Christian Neureuther galt spätestens seit 1969 als die größte Nachwuchshoffnung im Deutschen Skiverband. Im Winter 1969/70 nahm er  erstmals im Skiweltcup teil, im Riesenslalom gelang ihm schnell die erste Top-Ten-Platzierung, mit Rang drei beim Slalom in Mégève/Frankreich fuhr er zum ersten Mal im Weltcup auf das Podest. Beim Lauberhorn-Klassiker in Wengen/Schweiz, dem als schwerster Slalom im Weltcup geltenden Wettbewerb, holte er am 14. Januar 1973 seinen ersten Sieg. Bis 1979 gewann Neureuther fünf weitere Male in seiner Spezialdisziplin. Bei den internationalen Olympia-Großereignissen klappte es indes nicht mit Medaillenrängen, wohl aber stets mit Top-Platzierungen. Im Slalom wurde er bei 1972 in Sapporo Elfter, 1976 in Innsbruck sowie 1980 in Lake Placid belegte er Rang fünf.

Nach dem Karriereende 1981 engagierte sich Christian Neureuther gemeinsam mit Ehefrau Rosi für den Skisport, war mit ihr als Ski-Botschafter und Anteilseigner einer Sportartikelfirma weltweit auf Achse. Das „Traumpaar“ propagierte in Deutschland den Gesundheitssport Nordic Walking. Neureuther trat im Skisport lange Zeit als Ski-alpin-Experte der ARD in Erscheinung, war 1992 bei den Winterspielen in Albertville Presse-Attaché der deutschen Olympiamannschaft und nutzte seinen Bekanntheitsgrad immer wieder für den Sport: Er gehörte bei der Heim-WM 2001 in Garmisch-Partenkirchen zum Organisationskomitee, war einer der ersten Initiatoren der Münchner Olympiabewerbung für 2018 und unterstützte die Deutsche Sporthilfe stets als Spendensammler und Mitglied im Beirat des Sporthilfe Elite-Forums.

Größte Erfolge:
Olympia-Fünfter im Slalom 1976 und 1980, insgesamt drei Olympia-Teilnahmen
WM-Sechster im Slalom 1978
Sechs Weltcup-Siege im Slalom zwischen 1973 und 1979
Zweiter im Slalom-Gesamtweltcup 1973, 1974
Vierter im Gesamt-Weltcup 1972/73

Auszeichnungen:
Goldene Sportpyramide (2017)
Bayerischer Sportpreis in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus“ (2007)

2016 - Bernhard Langer

* 27. August 1957 in Anhausen

Deutschlands Golf-Legende

Bernhard Langer und seine Erfolge machten den Golfsport in Deutschland in den 1980er und anfangs der 1990er Jahre populär. Seine Siege beim US Masters 1985 und 1993 sowie insgesamt sechs Gewinne des Ryder-Cups, zuletzt 2004 als Kapitän der Europaauswahl, verschafften dem Sport hierzulande größere Beachtung und Langer internationale Anerkennung.

Sein erstes Turnier auf der PGA European Tour gewann Langer 1980 mit dem Dunlop Masters. 1981 beendete er neun Turniere in den Top 3, feierte den ersten von insgesamt fünf Siegen bei den German Open und stand am Jahresende in der Preisgeldrangliste der European Tour auf Platz eins. In den USA gelang ihm 1985 der Durchbruch. Im Golfmekka von Augusta triumphierte Langer beim Masters. Das grüne Sieger-Jackett garantiert ihm für alle Zeiten die Teilnahme am prestigeträchtigsten Turnier der Welt. Zweites Saison-Highlight war im selben Jahr der erste Sieg im Ryder Cup, dem Mannschaftsvergleich der besten Golfer Europas und der Vereinigten Staaten. In der ersten offiziellen Weltrangliste nahm der damals 28-Jährige Deutsche zu Jahresbeginn 1986 die Spitzenposition ein. 1993 siegte Langer erneut beim Masters in Augusta. Neben den weiteren Ryder-Cup-Siegen 1987, 1995, 1997 und 2002 als Spieler war für Langer der Sieg als Kapitän der Europaauswahl 2004 ein weiterer Meilenstein. Im Jahr 2007, mit Erreichen seines 50. Lebensjahres, qualifizierte sich Langer für die PGA Tour Champions, die US-Seniorentour. Bis heute spielt er dort überaus erfolgreich, gewann mehrere Senior Majors sowie in jedem Jahr die Jahres-Gesamtwertung mit Ausnahme des Jahres 2011, als er mehrere Monate verletzungsbedingt ausfiel. Für Staunen sorgt Langer immer wieder beim Masters in Augusta – wo er auch im April dieses Jahres wieder berechtigte Siegchancen hatte. Vor wenigen Wochen erzielte er zudem seinen 100. internationalen Turniersieg – eine einzigartige Leistung.

Langer zählt auch aufgrund seiner geschäftlichen Aktivitäten zu den Top-Persönlichkeiten der internationalen Golfszene. Zusammen mit Bruder Erwin betreibt er mehrere Firmen, organisiert vor allem Turniere und designt Golfplätze. Die 1990 ursprünglich für das German Masters gegründete Langer Sport Marketing GmbH hat sich durch die Ausrichtung von Golfevents einen sehr guten Ruf erworben. Besonders intensiv engagiert sich Langer im Platz-Design. Einige der seit 1986 unter seinem Namen entstandenen Kurse waren bereits Schauplatz internationaler Professional-Turniere. Der bekennende Christ engagiert sich ebenso sozial: Die 2003 gegründete Bernhard-Langer-Stiftung hilft Menschen, die aufgrund ihrer Situation einer finanziellen Unterstützung bedürfen.

Größte Erfolge
Zwei Siege beim US Masters 1985, 1993
Sechs Ryder-Cup-Siege: 1985, 1987, 1995, 1997, 2002 (Spieler), 2004 (Kapitän)
42 Siege auf PGA European Tour
Gesamtsieger der PGA Tour Champions (Senioren) in den Jahren 2008 bis 2010 und 2012 bis 2015
Sieben Major-Siege auf der Seniors-Tour, zuletzt als erster Spieler überhaupt das „Titel-Triple“ 2014, 2015 und 2016 bei den Senior Players Championship

Auszeichnungen
Goldene Sportpyramide (2016)
Bundesverdienstkreuz
Silbernes Lorbeerblatt
Bayerischer Verdienstorden
Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire (OBE)
European Tour Golfer des Jahres (1985, 1993)
Medienpreis Goldener Kompass des Christlichen Medienverbunds KEP 1999 und 2002.
Aufnahme in die World Golf Hall of Fame (2002)
PGA Professional der Jahre 2001 und 2005
Champions-Tour Player of the Year (2008-2010, 2014-15)

2015 - Joachim Löw

* 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald

Bundestrainer der Fußball-Weltmeister 2014

Joachim Löw führte die Fußball-Nationalmannschaft als Bundestrainer 2014 in Brasilien zum vierten deutschen WM-Titel. Sein Führungsstil und die Spielphilosophie machten die Mannschaft zum Botschafter eines modernen, weltoffenen und sympathischen Deutschlands. Mit Löw als Frontmann trägt der Deutsche Fußball-Bund gesellschaftliche Verantwortung und engagiert sich beispielsweise für Gewaltprävention, Anti-Diskriminierung und sozial Bedürftige.

Seit 2004 betreut Joachim Löw die Nationalmannschaft, zunächst als Assistent an der Seite von Jürgen Klinsmann. Nach der WM 2006 in Deutschland, bei der die deutsche Mannschaft den dritten Platz erreichte, übernahm Löw den Posten des Cheftrainers.

Joachim Löw gilt als ideales Gesicht auch des sozialen Engagements des Fußballs, das zum Großteil über die DFB-Stiftung Sepp Herberger, die DFB-Stiftung Egidius Braun, die DFB-Kulturstiftung sowie die Bundesliga-Stiftung erfolgt. Ihre Arbeit wird nahezu komplett aus Mitteln des DFB finanziert. Wesentlicher Bestandteil ist das alle zwei Jahre stattfindende Benefiz-Länderspiel der Nationalmannschaft. Auch die Robert-Enke-Stiftung und die Fritz-Walter-Stiftung erhalten daraus finanzielle Zuwendungen. Darüber hinaus setzt sich die Nationalmannschaft unter Löw für Projekte ein: In Brasilien förderte sie mit 4,1 Millionen Euro ein SOS-Kinderdorf, in Sri Lanka wurde mit Geldern eines Benefizspiels nach dem verheerenden Tsunami im Dezember 2004 im Januar 2009 ein „DFB Youth Center of the German Nationalteam“ finanziert, der für Kinder Lehranstalt und Fußball-Schule zugleich ist. Joachim Löw engagiert sich darüber hinaus privat als prominenter Unterstützer des Kinderhilfswerks Plan International.

Größte Erfolge als Trainer:
Weltmeister 2014
WM-Dritter 2010, 2006
EM-Zweiter 2008
EM-Halbfinale 2012
Österreichischer Meister 2002
Finalist im Europapokal der Pokalsieger 1998
DFB-Pokalsieger 1997

Auszeichnungen:
Goldene Sportpyramide (2015)
Deutscher Medienpreis (2015)
Namensgeber für Jogi-Löw-Stadion, Schönau (2014)
FIFA-Trainer des Jahres 2014
Fußballtrainer des Jahres 2014
Ehrenbürger Schönau (2014)
Silbernes Lorbeerblatt (2010, 2014)
Bundesverdienstkreuz (2010)
Bambi (2010)

2014 - Jochen Schümann

 * 8. Juni 1954 in Berlin

Deutschlands erfolgreichster Segler

Jochen Schümann ist mit drei Olympiasiegen, zahlreichen Titeln bei Welt- und Europameisterschaften sowie zwei Siegen beim America’s Cup der erfolgreichste Segler Deutschlands. Olympia-Gold holte der Wassersportler vom Yachtclub Berlin-Grünau 1976 in der Einmannjolle Finn-Dinghy sowie 1988 und 1996 in der Soling-Klasse gemeinsam mit den Vorschotern Thomas Flach und Bernd Jäkel. Ingesamt sechsmal nahm der „Weltsegler des Jahres 1996“ an Olympischen Spielen teil, 2000 segelte Schümann dabei im Soling zu Silber. Bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewann er mehr als 30 Medaillen, darunter vier WM-Titel und zehn EM-Titel in drei verschiedenen Bootsklassen. Schümann war so nicht nur Aushängeschild der Segler in der DDR, sondern ab 1990 auch im vereinten Deutschland.

Seine Ausnahmestellung bewies Jochen Schümann ebenso nach dem Wechsel ins Hochseesegeln: 2003 und 2007 triumphierte er als Segler und Sportdirektor des Schweizer Teams Alinghi beim America’s Cup, der begehrtesten und ältesten Segeltrophäe der Welt. Schümann hat das Segeln in Deutschland ins Rampenlicht geführt und ist einer der Gründer, Gesellschafter und Mitglied im Aufsichtsrat des Sailing Team Germany, das als Nationalmannschaft den Hochleistungssport Segeln in Deutschland nach vorne bringen will. Er engagiert sich außerdem als Botschafter der Laureus Stiftung Deutschland/Österreich und ist Mitglied im Verein Sportler für Organspende e.V.

Größte Erfolge:
3-facher Olympiasieger: 1976 im Finn-Dinghy, 1988 und 1996 im Soling
Olympische Silbermedaille 2000 im Soling
4-facher Weltmeister: 1992 und 1998 im Soling, 2001 und 2005 in der 5,5-m-Klasse
10-facher Europameister im Finn-Dinghy und Soling
Gewinner des America's Cup 2003 und 2007 mit Team Alinghi

Auszeichnungen:
Goldene Sportpyramide (2014)
Bürgermedaille des Bezirkes Treptow-Köpenick von Berlin (2004)
Medienpreis Bild-Osgar (2004)
Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten (2003)
Aufnahme in die Sailing World Hall of Fame (2003)
Weltsegler des Jahres (1996)
Deutscher Segler des Jahres (1992, 1996, 2003, 2004)

2013 - Willy Bogner

* 23. Januar 1942 in München

Vielseitiges Ski-Ass und Wegbereiter moderner Sport-Medien

In gleich drei Bereichen hat Willy Bogner in seinem Leben Besonderes geleistet, was sich auch in den vielen Ehrungen aus unterschiedlichen Bereichen dokumentiert: in den 1960er Jahren als herausragender Skisportler, später als Geschäftsführer des Familienunternehmens für Sportbekleidung sowie als Produzent, Regisseur und Kameramann von Skifilmen. Seine sportliche Karriere begann 1960 kometenhaft mit dem Sieg als erster Deutscher bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen/Schweiz. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley führte er als 18-Jähriger im Slalom nach dem ersten Durchgang, schied aber im zweiten Lauf aus. 1964 war er nochmals Olympia-Teilnehmer. Top-Platzierungen bei Weltmeisterschaften folgten, doch eine Medaille bei einer großen internationalen Meisterschaft war ihm nicht vergönnt. 1967 beendete er seine Sportlerkarriere.
1970 stieg Willy Bogner in die von seinen Eltern gegründete Sportmodenfirma ein, deren Leitung er 1977 übernahm und die heute eine Weltmarke mit über 700 Mitarbeitern ist. Seit 1936 rüstet Bogner die deutschen Mannschaften bei den Olympischen Winterspielen aus. Bogner engagiert sich seit 1989 im Kuratorium der Stiftung Deutsche Sporthilfe, in deren Vorstand er von 1992 bis 1998 mitwirkte. 2007 erhielt er die „Pyramide der Ehre“ für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 musste er nach zehn Monaten im September 2010 aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Größte Erfolge:
Olympia-Neunter 1960 und 1964, Ski Alpin Abfahrt
WM-Vierter 1966 Slalom
WM-Fünfter 1966 Kombination
Sieger Lauberhorn-Abfahrt 1960

Auszeichnungen:
Bayerischer Verdienstorden (2008)
Woodrow Wilson Award (2008)
Bayerischer Sportpreis (2006)
Bundesverdienstkreuz am Bande (1995)
Bayerischer Filmpreis (1986)
Bambi (1985)

 

 

2012 - Henry Maske

* 6. Januar 1964 in Treuenbrietzen

Der Gentleman-Boxer

Henry Maskes Karriere im Boxring ist einzigartig: Als Amateur war er 1988 Olympiasieger, 1989 Weltmeister und dreimal Europameister. Ab 1990 führte er seinen Siegeszug als Profi weiter und entwickelte sich zu einer Leitfigur des wiedervereinigten Deutschlands. Maske siegte in 31 von 32 Kämpfen, gewann 1993 die Weltmeisterschaft des Verbandes IBF im Halbschwergewicht und verteidigte diesen Titel bis Ende 1996 zehn Mal. Damit begründete er den deutschen Box-Boom Anfang der 1990er Jahre. Bis zu 18 Millionen TV-Zuschauer verfolgten seine Kämpfe. Wegen des typischen Boxstils und seines gepflegten Auftretens in der Öffentlichkeit bekam er den Spitznamen „Gentleman“.
Nach dem Ende der aktiven Laufbahn stieg Henry Maske erfolgreich als Unternehmer in die Gastronomie ein und gründete 1999 eine nach ihm benannte Stiftung für sozial schwache Kinder und Jugendliche in
schwierigem Lebensumfeld. Gefördert werden vor allem Bildungs- und Ausbildungsangebote, durch die Kinder und Jugendliche ein gewaltfreies und positives Lebensumfeld erhalten. Ein Engagement, für das Maske vielfach ausgezeichnet worden ist. Unter anderem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes.
Nach mehr als zehnjähriger Pause stand der Sportler des Jahres 1993 im März 2007 noch einmal im Ring und besiegte Cruisergewichts-Weltmeister Virgil Hill, der Maske im November 1996 die einzige Niederlage als Profi beschert hatte.

Größte Erfolge
Olympiasieger im Mittelgewicht 1988
Amateur-Weltmeister im Mittelgewicht 1989
Amateur-Europameister im Mittelgewicht 1985, 1987, 1989
IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht 1993 bis 1996

Auszeichnungen
Verdienstorden des Landes Brandenburg (2010)
Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (2008)
Dankesorden der Stadt Dresden (2008)
Bambi (2007, 1995)
Goldene Henne (2004, 1994)
Georg-von-Opel-Preis (2002)
Bundesverdienstkreuz (2001)
Goldene Kamera (1997)
Sportler des Jahres (1993)

2011 - Heide Ecker-Rosendahl

 * 14. Februar 1947 in Hückeswagen

Ein Leben für den Sport

Heide Rosendahl war das „Gesicht“ der Olympischen Spiele 1972 in München: Im Weitsprung errang sie nach sechs Tagen die erste Goldmedaille für die Mannschaft der BRD. Zwei Tage später gewann sie Silber im Fünfkampf und acht Tage danach hielt sie als Schlussläuferin der Sprintstaffel gegen DDR-Weltrekordlerin und 100-Meter-Olympiasiegerin Renate Stecher den Vorsprung zum Überraschungs-Gold mit Weltrekord (42,81 sec). Schon vorher war Heide Rosendahl von der Presse zur „Miss Leichtathletik“ gekürt geworden. Schließlich war sie Weitsprung-Weltrekordlerin (1970 mit 6,84 m) sowie Europameisterin (1971) und EM-Zweite (1966) im Fünfkampf. Bereits 1970 hatte sie die Auszeichnung als Sportlerin des Jahres erhalten. Nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere im Jahr 1973 engagierte sich Heide Ecker-Rosendahl als Trainerin im TSV Bayer 04 Leverkusen sowie als Athleten-Beauftragte und Vizepräsidentin (1997-2001) des Deutschen Leichtathletik-Verbands. Darüber hinaus engagierte sie sich ehrenamtlich in vielfältigen Projekten u.a. als Präsidentin eines lokalen Siebenkampf-Teams zur Förderung sauberen Leistungssports, als Sporthilfe-Koordinatorin des DLV oder als Botschafterin für das Deutsche Sportabzeichen. 2002 wurde sie Persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee. Heute ist sie stellvertretende Leichtathletik-Abteilungsleiterin ihres Leverkusener Vereins und stellvertretende Vorsitzende der Sportstiftung Nordrhein-Westfalen.

Größte Erfolge
Zweimalige Olympiasiegerin und Silbermedaillen-Gewinnerin 1972
Europacup Siegerin 1970
Zweimalige Europameisterin 1971
EM-Zweite 1966, 1967, 1970

Auszeichnungen
Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
„Sportlerin des Jahres“ 1970 und 1972

 

 

2010 - Katarina Witt

Kati Witt mit der Goldenen Sportpyramide

* 3. Dezember 1965 in Staaken

Weltstar auf und neben dem Eis

Katarina Witt ist eine der erfolgreichsten Eiskunstläuferinnen der Geschichte und ein Weltstar. Neben den beiden Olympiasiegen 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary war sie viermal Weltmeisterin und zweimal WM-Zweite. Zwischen 1983 und 1988 gewann sie sechsmal in Folge die Europameisterschaft. Ende 1988 startete sie eine Profikarriere, drehte 1989 ihren ersten Film „Carmen on Ice“ und bekam dafür 1990 den Emmy, den wichtigsten amerikanischen Fernseh-Preis. Als Eiskunstlauf-Profi war sie mit allen großen Tourneen der Welt unterwegs. 1994 nahm sie in Lillehammer noch einmal als Amateurin an Olympischen Spielen teil und wurde Siebte. Erst im März 2008 beendete sie ihre sportliche Karriere auf dem Eis mit einer Abschiedstournee. Das US-amerikanische Time-Magazin betitelte Katarina Witt einst als „schönstes Gesicht des Sozialismus“. Während und nach ihrer sportlichen Karriere erhielt sie eine Vielzahl an Auszeichnungen. 2005 gründete Katarina Witt eine nach ihr benannte Stiftung. Damit unterstützt sie vorrangig die Mobilität von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung. 2009 wurde Katarina Witt zur Vorsitzenden des Kuratoriums für die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 berufen.

Größte Erfolge

Olympiasiegerin 1984 und 1988
Weltmeisterin 1984, 1985, 1987, 1988
WM-Zweite 1982, 1986
Europameisterin 1983, 1984, 1985, 1986, 1987 1988

Auszeichnungen

Goldene Sportpyramide (2010)
Goldenes Band der Berliner Sportjournalisten (2009)
Dt. Nachhaltigkeitspreis für soziales Engagement (Sport-Bild, 2008)
Bild-Osgar (2007)
„Blaues Herz“ für Kinderfreundlichkeit (2006)
Aufnahme in die Hall of Fame der Int. Women’s Sports Foundation (2005)
Women’s World Award (World Business Award, 2004)
Goldene Henne (Super Illu, 2003)
Deutschlands Eisläuferin des 20. Jh. (1999, Sportmagazin Kicker)
Aufnahme in die World Hall of Fame des Eiskunstlaufs (1995)
Goldene Kamera (1994)
Emmy-Fernsehpreis (USA, 1990)
Jacques Favart-Trophy (höchste Ausz. des Weltverbands, 1989)
Olympischer Orden des IOC (1988)
Bambi (1988)
Sportlerin des Jahres (1984)
Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Gold (1984)

2009 - Uli Hoeneß (Auszeichnung im April 2014 auf eigenen Wunsch niedergelegt)

Uli Hoeneß Rede - Porträt

* 5. Januar 1952 in Ulm

Visionär der Fußball-Bundesliga

Die sportliche wie wirtschaftliche Ausnahmestellung des FC Bayern München im deutschen Fußball ist direkt mit Uli Hoeneß verbunden. Als er 1979 nach 239 Bundesligaspielen (86 Tore) aufgrund chronischer Kniebeschwerden die aktive Karriere beendete, übernahm Hoeneß mit 27 Jahren den Managerposten.

Seitdem gewann der FC Bayern die Champions League (2001), den UEFA-Pokal (1996) sowie bis 2009 16-mal die Deutsche Meisterschaft und neunmal den DFB-Pokal. Der Klub wird zu den wirtschaftlich solidesten in Europa gerechnet. Als Spieler des FC Bayern gewann Hoeneß je dreimal den Europapokal der Landesmeister und die Deutsche Meisterschaft sowie einmal den DFB-Pokal. Mit der Nationalmannschaft (35 Spiele, fünf Tore) wurde der Außenstürmer Welt- und Europameister.

Hoeneß gilt als Visionär der Fußball-Bundesliga und genießt hohes Ansehen als Topmanager. 1999 wählte ihn eine Fachzeitschrift als ersten Fußballmanager zum "Unternehmer des Jahres".

Geschätzt wird Uli Hoeneß, der 1982 den Absturz eines Propellerflugzeugs überlebte, auch für seine Hilfs- und Spendenbereitschaft. Neben vielfältig praktizierter persönlicher Hilfe initiiert Hoeneß immer wieder Benefizspiele des Vereins und bündelte die umfangreichen sozialen Aktivitäten des deutschen Rekordmeisters in dem "FC Bayern München Hilfe e.V."

Größte Erfolge als Spieler
Weltmeister 1974
Europameister 1972
Europapokalsieger (Landesmeister) 1974, 1975, 1976
Weltpokalsieger 1976
Deutscher Meister 1972, 1973, 1974
DFB-Pokalsieger 1971


Größte Erfolge als Manager
Champions League-Sieger (2001)
UEFA-Cupsieger (1996)
16 x Deutscher Meister
9 x DFB-Pokalsieger


Auszeichnungen
Unternehmer des Jahres (Horizont Award) 1999
Bayerischer Verdienstorden (Pour le mérite) 2002
Bayrischer Sportpreis 2006
mehrfach "Manager des Jahres"

2008 - Stefanie Maria Graf

Steffi Graf Wimbledon

* 14. Juni 1969 in Mannheim

Deutschlands Tennis-Liebling

Steffi Graf ist eine der erfolgreichsten Spielerinnen der Tennisgeschichte und die beliebteste deutsche Sportlerin. Zwischen 1986 und 1999 gewann sie 107 Tennis-Turniere, darunter 22 Grand-Slam-Titel, wurde Olympia-Siegerin und führte 377 Wochen lang die Tennis-Weltrangliste an. In den 16 Jahren ihrer internationalen Karriere gewann sie fast 22 Millionen Dollar an Preisgeldern. Fünfmal wurde sie zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt.

Mit 30 Jahren erklärte sie im August 1999 verletzungsbedingt ihren Rücktritt vom Wettkampfsport. Im Oktober 2001 heiratete sie ihren amerikanischen Tennis-Kollegen André Agassi. Mit seinen 2001 und 2003 geborenen Kindern lebt das Paar heute in Las Vegas.

Steffi Graf ist Gründerin und Vorsitzende der wohltätigen Stiftung "Children for Tomorrow", die sich um traumatisierte Kinder in aller Welt kümmert. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Franchise-Unternehmens "Mrs. Sporty".

In ihrer Tennislaufbahn wurde die in Brühl bei Mannheim aufgewachsene und von ihrem Vater Peter trainierte "Steffi" sieben Mal als ITF World Champion und achtmal als Spielerin des Jahres ausgezeichnet. 1988 wurde sie auch Weltsportlerin des Jahres. Seit 2004 ist sie Mitglied der International Tennis Hall of Fame.

Größte Erfolge:
22 Grand-Slam-Titel:
7-fache Wimbledon-Siegerin
6-fache French Open-Siegerin
5-fache US Open-Siegerin
4-fache Australian Open-Siegerin
Olympiasiegerin 1988

Federation Cup-Siege 1987 und 1992
Insgesamt 107 Turnier-Siege
377 Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste


Auszeichnungen:
Deutscher Medienpreis (2008)
Ehrenbürgerin des Landes Baden-Württemberg (2004)
Aufnahme in die International Tennis Hall of Fame (2004)
Olympischer Orden des IOC (1999)
Deutscher Fernsehpreis (1999)
Sportlerin des Jahres (1986, 1987, 1988, 1989, 1999)

2007 - Heiner Brand

Heiner Brand Jubel - Porträt

* 26. Juli 1952 in Gummersbach

So wie Heiner ist keiner

Der gelernte Diplom-Kaufmann zählte bereits in seiner aktiven Zeit als Spieler zu den renommiertesten Persönlichkeiten des deutschen Handballs. Seine ohnehin große Popularität wurde durch die Erfolge der deutschen Handball-Nationalmannschaft noch gesteigert, für deren exzellente Leistungen Brand verantwortlich ist.

Mit dem Nationalteam zog Brand seit 2002 in fünf Endspiele ein und krönte seine erfolgreiche Trainerarbeit mit dem Gewinn des EM-Titels 2004 und mit dem Weltmeistertitel 2007 im eigenen Land.

Der Sport prägte den Gummersbacher menschlich sehr stark, ließ den fünffachen "Trainer des Jahres" (1998, 2002, 2003, 2005, 2006) auch im Erfolg bescheiden bleiben. Der tragische Unfalls seines Freundes und ehemaligen Gummersbacher Mitspielers Joachim Deckarm, der seit 1979 permanent auf fremde Hilfe angewiesen ist, markierte einen Einschnitt im Leben von Heiner Brand.

Als Mitglied im Verwaltungsausschuss engagiert er sich persönlich im 1980 von der Stiftung Deutsche Sporthilfe eingerichteten Deckarm-Fonds, der schon über 1,6 Mio. Euro an Spendengeldern für Joachim Deckarm gesammelt hat.

Größte Erfolge als Spieler:
Weltmeister 1978
131 Länderspiele, 231 Tore
Mehrfacher Europapokalsieger
Mehrfacher Deutscher Meister & Pokalsieger


Größte Erfolge als Trainer:
Weltmeister 2007
Europameister 2004
Olympia-Zweiter 2004
WM-Zweiter 2003
EM-Zweiter 2002
EM-Dritter 1998

Auszeichnungen:
Bundesverdienstkreuz (2007)
"Legende des Sports" (2007)
Trainer des Jahres (2007)
Handball-Trainer des Jahres (1998, 2002, 2003, 2004, 2006)

2006 - Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer Pyramide - Porträt

* 11. September 1945 in München

Franzdampf an allen Fronten

Franz Beckenbauer war Fußballweltmeister als Spieler und Trainer, OK-Chef der FIFA Fussball-WM 2006 und ist Präsident des FC Bayern München.

Nach seinem erfolgreichen Bemühen um die Austragung der WM in der Bundesrepublik hatte "Kaiser Franz" die einzigartige Strapaze auf sich genommen, in fünf Kontinenten alle 31 Gastländer des Turniers zu besuchen. Der "Fußball-Außenminister" legte dabei per Auto, Bahn, Schiff und Flugzeug über 120.000 Kilometer zurück, wurde u.a. von zwölf Staatspräsidenten sowie fünf Regierungschefs empfangen und machte durch sein persönliches Auftreten und das daraus resultierende positive Medienecho weltweit eindrucks­volle Werbung für Deutschland.

Mit seiner "Franz-Beckenbauer-Stiftung" unterstützt Beckenbauer seit 1982 geistig, seelisch und körperlich behinderte Menschen mit Millionenbeträgen. Er engagiert sich zudem im Verein "Kinderhilfe Organtransplantation - Sportler für Organspende", ist bei zahl­reichen humanitären Aktionen als Frontmann dabei und hat als Präsident des FC Bayern Anteil daran, dass Deutschlands führender Fußballverein in den letzten Jahren diverse Benefiz-Spiele zugunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe austrug.

Größte Erfolge als Spieler:
Weltmeister 1974
Europameister 1972
WM-Zweiter 1966, WM-Dritter 1970
EM-Zweiter 1976
103 A-Länderspiele, 50-mal Kapitän, 14 Tore

Weltpokalsieger 1976
Mehrfacher Europapokalsieger
Mehrfacher Deutscher Meister & DFB-Pokalsieger


Größte Erfolge als Trainer:
Weltmeister 1990
WM-Zweiter 1986
UEFA-Cupsieger 1996
Deutscher Meister 1994


Auszeichnungen:
Europas Fußballer des Jahres 1972 und 1976
Deutschlands Fußballer des Jahres 1966, 1968, 1974, 1976
Fußballer des Jahres in den USA 1977
Ehrenspielführer des DFB
FIFA-Verdienstorden
Jahrhundert-Verdienstorden der FIFA
Ehrennadel der FIFA
Verdienstorden der UEFA
Verdienstkreuz Erster Klasse
Silbernes Lorbeerblatt
Bayerischer Verdienstorden
Ehrendoktorwürde der Sportakademie Sofia
"Ehren-Bambi" des Burda-Verlages
ARD-Sportpreis "Victoria"
"Deutscher Zukunftspreis" der CDU-Sozialausschüsse
"Aguila Azteca" - Höchste Auszeichnung Mexikos für Ausländer
"Lifetime Award" bei der Wahl zum Weltsportler des Jahres

Deutschlands "Fußballer des Jahrhunderts" (IFFHS)
Deutschlands "Spieler des Jahrhunderts" (ARD/Bild-Zeitung)
Deutschlands "Spieler des Jahrhunderts" (kicker)

2005 - Ingrid Mickler-Becker

Ingrid Mickler-Becker - Porträt

*26 September 1946 in Geseke

Vielseitig wie keine andere

Zwei Olympiasiege, zwei EM-Titel, je ein Welt- und Europarekord sowie 13 deutsche Rekorde in verschiedenen Disziplinen sind Ausdruck des vielfältigen Bewegungstalents der Leichtathletin Ingrid Mickler-Becker.

1968 gewann sie in Mexiko-Stadt Olympiagold im Fünfkampf, vier Jahre später in München siegte sie in Weltrekordzeit mit der deutschen Sprintstaffel. Weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere waren die Europameisterschaften 1971 in Helsinki, wo Ingrid Mickler-Becker jeweils Gold im Weitsprung und mit der 4 x 100 Meter-Staffel sowie Silber im 100 Meter Sprint gewann. Mit der damaligen Weitsprung-Siegweite von 6,76 Meter hätte die elfmalige Deutsche Meisterin noch 35 Jahre später EM-Bronze gewonnen.

Schon 1960 war sie mit 17 Jahren als jüngste Athletin der gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Rom im Hochsprung am Start (Platz neun). 1964 verpasste sie in Tokio als Weitsprung-Vierte mit 6,40 Meter nur um einen Zentimeter eine Medaille.

Nach der sportlichen Karriere engagierte sich Ingrid Mickler-Becker ehrenamtlich in Führungspositionen für den Sport. Lange Jahre war sie Präsidiumsmitglied im Landessportbund Rheinland-Pfalz und persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee. Im Gutachterausschuss der Sporthilfe wacht sie seit 1987 über die Förderung deutscher Athleten. Beruflich brachte sie es bis zum Rang einer Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Jugend, Familie und Sport.

Größte Erfolge:
Olympia-Gold 1968 im Fünfkampf
Olympia-Gold 1972 mit der 4x100-Meter-Staffel
Doppel-Europameisterin 1971 im Weitsprung und mit der 4x100-Meter-Staffel
Elf deutsche Meistertitel im Hochsprung, Weitsprung, Fünfkampf und 100-Meter-Sprint


Auszeichnungen:
Sportlerin des Jahres 1968 und 1971
Persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee (1977 bis 2006)
Rudolf-Harbig-Preis des DLV (1969)

2005 - Max Schmeling (posthum und ehrenhalber)

Max Schmeling - Porträt

geb.: 28. September 1905 in Klein Luckow
gest.: 2. Februar 2005 in Wenzendorf bei Hamburg

Einziger deutscher Boxweltmeister aller Klassen

Als erster und einziger Boxweltmeister aller Klassen aus Deutschland gilt Max Schmeling bis heute als populärster Sportler des Landes. Vor allem seine Kämpfe in den USA machten ihn zum Massenidol. 1930 gewann Schmeling gegen Jack Sharkey die WM im Schwergewicht, 1931 verteidigte er den Titel gegen Young Stribling. Im Rückkampf gegen Sharkey 1932 in New York wurde dem US-Amerikaner nach 15 Runden der Sieg zugesprochen.

Schmelings berühmtester Kampf ging allerdings nicht um eine WM. Am 19. Juni 1936 wurde er in New York durch den Sieg in der zwölften Runde über den als unbesiegbar geltenden "braunen Bomber" Joe Louis zum Idol - und von der NS-Propaganda missbraucht. Inzwischen selbst Weltmeister, gab Louis dem Deutschen 1938 in New York die zweite Chance, nach dem Titel zu greifen. Doch Schmeling unterlag in der ersten Runde.

Obwohl von deutscher wie internationaler Seite als Vertreter des Naziregimes gesehen, wahrte Schmeling Distanz und trat nicht der NSDAP bei. 1938 versteckte er während der Novemberpogrome sogar zwei jüdische Jugendliche in seinem Hotelzimmer und verhalf ihnen so zur Flucht. Dies wurde erst 1989 bekannt, als sich die geretteten Brüder in den USA zu Wort meldeten. Nach dem Krieg prägte sein Einsatz für bedürftige Menschen und Fairplay sein Leben.

Größte Erfolge:
Weltmeister im Schwergewicht 1930 bis 1932
Europameister 1927 im Halbschwergewicht
Europameister 1939 im Schwergewicht
70 Profikämpfe (56 Siege, davon 40 k.o./4 Unentschieden/10 Niederlagen)


Auszeichnungen:
Deutschlands Sportler des 20. Jahrhunderts (1999)
Großes Bundesverdienstkreuz (1971)
Aufnahme in die International Boxing Hall of Fame (1992)
Bambi (1990, 1999)
Ehrenbürger von Los Angeles und Las Vegas

2004 - Roland Matthes

Roland Matthes - Porträt

* 17. November 1950 in Pößneck, Thüringen

Erfolgreichster Rückenschwimmer aller Zeiten

Von März 1966 bis August 1974 blieb der vierfache Olympia-Goldmedaillengewinner Roland Matthes als Rückenschwimmer auf der Welt unbezwungen. In diesen acht Jahren brach er siebenmal hintereinander den 100 Meter Rücken-Weltrekord, gar neunmal den Weltrekord über 200 Meter Rücken.

1968 und 1972 wurde er über diese Strecken jeweils Doppel-Olympiasieger. Matthes gewann zudem nacheinander drei Welt- und fünf Europameisterschaften.

Er beherrschte die Weltelite im Rückenschwimmen so sehr, dass seine Vielseitigkeit oft vergessen wird: Längere Zeit war er auch Europarekordhalter über 200 Meter Lagen und 100 Meter Schmetterling. Bei Olympischen Spielen gewann Matthes auch noch zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Dreimal war er dabei mit DDR-Staffeln erfolgreich, die letzte Bronzemedaille gewann er 1976 in Montreal über 100 Meter Rücken.

Mit acht Olympiamedaillen zählt der siebenmal als Sportler des Jahres ausgezeichnete Matthes in der Bestenliste deutscher Olympioniken zu den erfolgreichsten Athleten und ist auch aufgrund seines beruflichen Lebenswegs ein Vorbild: Parallel zur Leistungssportlaufbahn absolvierte er ein Studium der Sportwissenschaften, danach studierte er Medizin und arbeitet heute als Orthopäde.

Größte Erfolge:
Viermal Olympia-Gold: Jeweils 1968 und 1972 über 100- und 200 Meter Rücken
Acht Olympiamedaillen insgesamt
Dreimal Weltmeister
Fünfmal Europameister
19 Weltrekorde
Erster Mensch unter eine Minute über 100 Meter Rücken


Auszeichnungen:
Georg von Opel-Preis (2003)
Aufnahme in die International Swimming Hall of Fame (1981)
Siebenmal Sportler des Jahres (1967 bis 1971, 1973, 1975)

2003 - Manfred Germar

Manfred Germar - Porträt

* 10. März 1935 in Köln

Rekordhalter im Sprint und im Ehrenamt

In den 50er und 60er Jahren zählte Manfred Germar zu den besten deutschen Sprintern. Nach den Olympischen Spielen 1956 von Melbourne, wo der dreifache Europameister als Schlussläufer der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel Bronze gewann, blieb er in 74 aufeinander folgenden Rennen ungeschlagen. Der Titel "Sportler des Jahres 1957" war Ausdruck seiner damaligen Überlegenheit auf dieser Strecke. 1958 wurde er Europameister und lief im gleichen Jahr auch Weltrekord über 200 Meter.

Germar blieb jedoch vom Pech nicht verschont. Kurz vor den Olympischen Spielen 1960 in Rom zwangen Verletzung und Kieferoperation zur Trainingspause. Außer Form, schied Germar früh aus und musste zusehen, wie seine Staffelkameraden ohne ihn Olympiagold holten. Zwei Bestleistungen bleiben Manfred Germar für immer: In der Hochzeit der Länderkämpfe wurde er von 1954 bis 1962 für Deutschland in 54 internationalen Wettkämpfen 123-mal eingesetzt.

Zudem schreibt er im Ehrenamt Rekorde: Bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe arbeitet Germar seit über 40 Jahren ehrenamtlich im Gutachterausschuss. Niemand sonst gehört so lange und ohne Unterbrechung diesem Gremium an. Über 30 Jahre wirkte Germar auch als Organisator des Leichtathletiksportfests "Weltklasse in Köln" und war von 1978 bis 1997 Präsident des ASV Köln.

Größte Erfolge:
Olympia-Bronze 4x100-Meter 1956
Europameister 200 Meter 1958
Europameister 4x100-Meter 1958 und 1962
Zwei Weltrekorde
Sechs Europarekorde
23 deutsche Meistertitel (1953 bis 1964)


Auszeichnungen:
Olympischer Orden des IOC (2001)
Carl-Diem-Schild (1999)
Bundesverdienstkreuz (1998)
Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis (1960)
Sportler des Jahres (1957)
Silbernes Lorbeerblatt (1957)
Ehrenpräsident ASV Köln

2002 - Uwe Seeler

Uwe Seeler Pyramide - Porträt

* 5. November 1936 in Hamburg

"Uns Uwe": Fußballidol und WM-Legende

Der vierfache WM-Teilnehmer Uwe Seeler war viele Jahre der bekannteste und beliebteste deutsche Fußballer, auch wenn er nie einen großen internationalen Titel gewann. Mit 1.980 Spielminuten in 21 WM-Begegnungen 1958, 1962, 1966 und 1970 war der Stürmer Rekordhalter in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften, bis ihn Lothar Matthäus 1998 übertraf.

1966 führte Seeler die deutsche Mannschaft in England als Kapitän zur Vize-Weltmeisterschaft, 1970 wurde er WM-Dritter und erzielte dabei gegen England ein legendäres Tor mit dem Hinterkopf. Seeler trug sich bei allen vier WM-Teilnahmen in die Torschützenliste ein - das gelang außer ihm nur noch dem Brasilianer Pelé. Insgesamt absolvierte er 72 Länderspiele (43 Tore).

Wie kein anderer deutscher Fußballer eroberte Seeler ("Uns Uwe") durch seine Natürlichkeit die Herzen. Als erster Fußballer erhielt er 1972 das Große Bundesverdienstkreuz. Untrennbar verbunden ist seine Karriere mit dem Hamburger SV, mit der er 1960 Deutscher Meister und 1963 Pokalsieger wurde. Für den HSV erzielte er in 239 Bundesligaspielen 137 Tore und in 237 Oberligaspielen 267 Tore.

Nach der Karriere punktet Uwe Seeler vor allem durch soziales Engagement: Mit den Benefizspielen der Uwe-Seeler-Traditionself und mit der 1996 gegründeten Uwe-Seeler-Stiftung. Besonderen Wert legt er auf die Unterstützung von Kindern, die an Muskelschwund leiden. Seit 25 Jahren arbeitet Seeler im Kuratorium der Deutschen Muskelschwund-Hilfe.

Größte Erfolge:
Vize-Weltmeister 1966
WM-Dritter 1970
WM-Vierter 1958
Deutscher Meister 1960
Deutscher Pokalsieger 1963
Erster Torschützenkönig der Bundesliga 1963/64 (30 Tore)


Auszeichnungen:
Hamburger Ehrenbürger (2003; als bisher einziger Sportler)
Goldene Sportpyramide (2002)
DFB-Ehrenschild (1973)
Ehrenspielführer der Nationalmannschaft (1972)
Bambi (1971)
Silbernes Lorbeerblatt (1970)
Großes Bundesverdienstkreuz (1970; als erster Fußballer)
Deutscher Fußballer des Jahres (1960, 1964, 1970)

2001 - Rosi Mittermaier-Neureuther

Rosi Mittermaier-Neureuther - Porträt

* 5. August 1950 in Reit im Winkl

"Gold-Rosi" - Doppel-Olympiasiegerin Ski Alpin

In allen drei alpinen Skiwettbewerben einer Winter-Olympiade eine Medaille, darunter zwei goldene in Abfahrt und Slalom - keine andere alpine Skiläuferin hatte dies vor 1976 erreicht.

"The Rosi Games" titelten englische Medien über die Winterspiele von Innsbruck. Im gleichen Jahr wurde Rosi Mittermaier Weltmeisterin in der Kombination und Gesamtweltcupsiegerin. Die Fachjournalisten wählten sie zur Sportlerin des Jahres. Seither ist sie als "Gold-Rosi" bekannt.

Doch nicht allein der sportliche Erfolg macht Rosi Mittermaier, seit 1980 mit dem ehemaligen Skirennläufer Christian Neureuther verheiratet, zum Idol. Vielmehr zeichnen dafür auch das Charisma ihrer Gesamtpersönlichkeit und das von gesellschaftlichem Engagement gekennzeichnete Leben nach der Karriere verantwortlich.

Mittermaier widmet sich intensiv dem Charity-Gedanken. Sie ist Schirmherrin der Kinder-Rheuma-Stiftung, Botschafterin des Europäischen Parlaments für Sport, Toleranz und Fairplay und engagiert sich für organtransplantierte Kinder beim Verein "Kinderhilfe Organtransplantation" (KiO).

Größte Erfolge:
Olympia-Gold 1976 in Abfahrt und Slalom
Olympia-Silber 1976 im Riesenslalom
Weltmeisterin 1976 in der Kombination
Gesamtweltcupsiegerin 1976
Neun Weltcupsiege


Auszeichnungen:
Bayerischer Verdienstorden (2007)
Bundesverdienstkreuz am Bande (2005)
Georg von Opel-Preis (2000)
Olympischer Orden des IOC (1999)
Nationale Botschafterin für Sport, Toleranz und Fair Play (1997)
Goldener Löwe (1978)
Bambi (1977)
Sportlerin des Jahres (1976)

2000 - Hans Günter Winkler

Hans Günter Winkler - Porträt

* 24. Juli 1926 in Wuppertal

Weltweit erfolgreichster Springreiter

Hans Günter Winkler ist weltweit der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten bei Olympischen Spielen. Bis zu seinem Abschied 1986 sammelte er zwischen 1956 und 1976 fünf olympische Goldmedaillen sowie je eine Silber- und Bronzemedaille. Zweimal wurde er Weltmeister, einmal Europameister.

Legendenstatus erreichten Winkler und sein berühmtestes Pferd Halla schon am 17. Juni 1956. Damals fanden die Reiterspiele in Stockholm statt, da Pferde nicht in die australische Olympiastadt Melbourne eingeführt werden durften. Im ersten Durchgang der Mannschafts- und Einzelentscheidung zog sich Winkler einen Muskelriss zu und konnte sich nur noch mühsam im Sattel halten. Halla trug ihn über die Hindernisse ins Ziel.

Nach einer Behandlung, bei der zunächst nur ein Leistenbruch diagnostiziert wurde, saß Winkler für den zweiten Durchgang wieder im Sattel, hatte jedoch kaum die Möglichkeit, sein Pferd zu korrigieren. Unter großen Schmerzen gewann er dennoch mit einem Null-Fehler-Ritt Gold für die Mannschaft sowie im Einzel und Halla wurde zur "Wunderstute".

Der erfolgreiche Geschäftsmann Hans Günter Winkler führt mehrere Reitsportgeschäfte und eine eigene Marketingagentur, die sich auf Sponsoring-Projekte spezialisiert hat. Schon 1956 schrieb er erfolgreiche Pferdebücher, heute ist er Herausgeber der Fachzeitschrift "Pferdewelt". Als Repräsentant von Sponsoren ist er bis heute aktiv und hält Anteile an verschiedenen Firmen.

Das ehrenamtliche Engagement von Hans Günter Winkler ist in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt. Stets trat er mit neuen Konzepten als Förderer der Jugend sowie junger Pferde in Erscheinung. So hat er das Springchampionat der Nachwuchsreiter in Dortmund vor 14 Jahren mit ins Leben gerufen. Die Talentschmiede à la Winkler führt die besten 50 Nachwuchsreiter für eine Woche im Bundesleistungszentrum in Warendorf zusammen, aus denen nach diversen Ausscheidungswettbewerben der deutsche Springreiternachwuchs gesichtet wird.

Größte Erfolge:
Olympia-Gold im Einzel 1956 (auf Halla)
Olympia-Gold Mannschaft 1956, 1960, 1964 und 1972
Weltmeister im Einzel 1954 und 1955
Europameister im Einzel 1957
Fünfmal Deutscher Meister (1952, 1953, 1954, 1955, 1959)


Auszeichnungen:
Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2008)
Deutsches Reiterkreuz in Gold mit Brillanten (2006)
Weltbester Springreiter bei Olympischen Spielen (2002)
Landesorden Nordrhein-Westfalen (1991)
Bambi (1990)
Goldenes Ehrenzeichen des Reiter-Weltverbandes (1976)
Fahnenträger der deutschen Olympiamannschaft 1976
Großes Bundesverdienstkreuz (1975)
Ehrenbürger der Stadt Warendorf (1956)
Sportler des Jahres 1955 und 1956
Silbernes Lorbeerblatt (1954)
Ehrenmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
Mitglied des Ehrenkomitees der Spanischen Hofreitschule