Deutsche Sporthilfe

„Den vielen Gehandicapten mehr Hoffnung geben"


Vier Fragen an Ronny Ziesmer, gestellt von Nils Nordmann / dpa

 

Mit welchen Gedanken sind Sie in den ersten Wettkampf nach Ihrem Unfall gegangen?
Es ist schon ein gutes Gefühl, sich wieder einem Wettkampf zu stellen. Es war aber nicht mein vorrangiges Ziel, Wettkampf-Handbiker zu werden. Das Gerät habe ich in erster Linie als therapeutischen Apparat zur Schaffung eines Überpotenzials benutzt, um den Alltag besser zu meistern.

Ronny Ziesmer - Einzelsicht

Aber warum gleich ein Marathon?
Das ist gewachsen, weil man als Ex-Leistungssportler gar nicht anders kann, als sich Herausforderungen zu stellen. Trotzdem: Nicht die Zeit steht im Vordergrund, sondern der Spaß, das Erleben dieser Atmosphäre. Hauptziel ist anzukommen und die positiven Momente mit ins weitere Leben zu nehmen.

Welchen Anteil hat Trainer Heinrich Köberle an dieser neuen Herausforderung?
Es ist ein Glücksfall, wenn man mit einem mehrfachen Paralympics-Sieger zusammenarbeiten kann. Seit den ersten Handbike-Kontakten ein Jahr nach meinem Unfall ist er an meiner Seite, berät mich. Jetzt bilden wir eine Fahrgemeinschaft. Es ist gut, einen Mann an der Seite zu haben, der im Handbike schon mehrmals um den Globus gerollt ist.

Wie können Sie bei einem solchen Spektakel wie dem Berlin-Marathon Werbung als Botschafter der Stiftung Allianz der Hoffnung machen?
Meine Stiftung will die Forschung auf dem Gebiet der Regeneration von Nervenzellen im Rückenmarkbereich fördern. In Deutschland entsteht gerade das weltweit erste Zentrum für neuronale Regeneration. Wenn ich durch meine neuen sportlichen Aktivitäten mit einem Popularitätsschub ein klein wenig dazu beitragen kann, den vielen Gehandicapten Hoffnung für eine Verbesserung ihrer Situation zu geben, gibt das meinem Marathon in Berlin den eigentlichen Sinn.