Deutsche Sporthilfe

Weltmeisterin Aline Focken im Interview: „Ich habe Stress pur“


Ringerin steht zur Wahl zum „Sport-Stipendiat des Jahres“ / Deutsche Bank und Sporthilfe vergeben Auszeichnung für Spitzenleistungen in Sport und Studium / Top 5 in öffentlicher Online-Abstimmung unter sportstipendiat.de

Frankfurt am Main, 20.07.2015 -

Aline Focken gewann im September 2014 in Usbekistan die Goldmedaille bei den Ringer-Weltmeisterschaften – eine Leistung, die zuletzt vor zwölf Jahren einem Athleten des Deutschen Ringer-Bundes gelungen war. Darüber hinaus führte die sechsfache Deutsche Meisterin zuletzt acht Monate die Weltrangliste in der Gewichtsklasse bis 69 kg an. Parallel zum Leistungssport studiert die in Krefeld beheimatete Ringerin, die bereits im Alter von fünf Jahren mit ihrer Sportart begann, an der Deutschen Hochschule in Saarbrücken im Masterstudiengang „Prävention und Gesundheitsmanagement“. Bisher hat die 24-Jährige alle Klausuren im ersten Versuch bestanden und ist – auch im bereits 2013 abgeschlossenen Bachelorstudium „Fitnesstraining“ – stets in der Regelstudienzeit geblieben. Neben Sport und Studium arbeitet sie zudem als Sporttherapeutin.

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Im vergangenen Jahr wurdest Du überraschend Weltmeisterin. Wirkt dieser Erfolg heute noch nach?

Nach der WM sind für mich viele schöne Dinge passiert. Ich habe einige Sponsoren bekommen, regional war das Medieninteresse sehr groß, in Ringerkreisen sowieso, ich wurde zu vielen Veranstaltungen und Ehrungen eingeladen. Einerseits ist das eine große Ehre für mich, andererseits schaffe ich es kaum, allem nachzukommen. Meine Woche ist von Montag bis Freitag streng durchgetaktet, weitere Termine sind schwierig, da geht mein Rhythmus verloren. Und ich bin jemand, der diesen Rhythmus braucht. Aber das darf man jetzt auch nicht falsch verstehen. Ich bin dankbar für alles, zumal als Athletin aus einer Randsportart. Aber Zusätzliches in meinen Alltag zu integrieren ist schwierig.

Wie sieht denn der Alltag aus?

Bevor ich um 9 Uhr mit dem Auto 60 km nach Dormagen zum Training fahre, lerne ich morgens früh für mein Studium. Nach dem Training geht es weiter 30 km nach Neuss, wo ich bis nachmittags als Therapeutin arbeite, anschließend wieder zum Training und abends steht dann eventuell nochmals Lernen an. Pro Woche trainiere ich somit zehn Einheiten, arbeite 10 bis 15 Stunden in der Praxis, dazu kommt das Studium. Zum Glück bin ich aufgrund des Fernstudiengangs hier ein wenig ortsunabhängiger. Aber auch so kommen durch das Pendeln zwischen Uni, Training und Arbeit im Schnitt 500 km pro Woche zusammen. Da bin ich besonders froh, dass mir ein Sponsor gerade ein Auto zur Verfügung gestellt hat.

Bist Du darauf angewiesen, neben Sport und Studium zu arbeiten?

In der Regel ja. Im März wurde ich jedoch ins ElitePlus-Programm der Deutschen Sporthilfe aufgenommen, so dass ich seitdem für die Zeit bis zu den Olympischen Spielen nächstes Jahr die Arbeitszeiten ein bisschen reduzieren kann. Auch das Deutsche Bank Sport-Stipendium hilft natürlich. Ganz aufgeben will ich das Arbeiten vor Rio aber nicht, denn ich brauche das für mich - einerseits will ich weiter berufliche Erfahrungen sammeln und auch keine zu langen Auszeiten haben. Zum anderen tut es mir gut, hier auch mit Leuten zu tun zu haben, die nicht aus dem Sport kommen.

Du sprichst Rio 2016 an, zählst Du Dich als Weltmeisterin zu den Favoritinnen?

Bei uns ist die Leistungsdichte sehr groß, in meiner Gewichtsklasse bis 69 kg kämpfen etliche ehemalige Weltmeisterinnen mit. Für dieses Jahr steht als oberstes Ziel zunächst die Olympia-Quali an. Dafür muss ich bei den Weltmeisterschaften im September mindestens Platz sechs erreichen. Natürlich wäre eine WM-Medaille auch ein Traum, aber dieses Jahr hat die Quali auf jeden Fall Vorrang. Denn dann hat man ein Jahr Zeit, sich gezielt vorzubereiten. London 2012 hat gezeigt, dass die Konkurrentinnen, die früh qualifiziert waren, dann auch bei den Spielen erfolgreich waren, weil sie sich entspannter vorbereiten konnten. Klappt die Quali bei der WM nicht, gibt es bei uns Ringern im nächsten Jahr zwei kontinentale und ein weltweites Quali-Turnier, alle innerhalb von drei Wochen. Das ist Stress pur.

Wenn Du einen Wunsch frei hättest, damit Du Spitzensport und Studium auch weiterhin gut vereinbaren kannst, dann…

… würde ich mir wünschen, dass der Tag ein bisschen länger wäre. Dann hätte ich vielleicht Zeit für eine Stunde Mittagspause und damit ein bisschen mehr Energie für alles. Und ein bisschen mehr Zeit für Familie und Freunde. Das ist auch etwas, was mir fehlt.


Bewerbungs-Video von Aline Focken zur Wahl zum Sport-Stipendiat des Jahres: https://youtu.be/LuX09ejbi64

Steckbrief
Aline Focken
(* 10. Mai 1991 in Krefeld)

Sportart:          Ringen (Freistil bis 69 kg)
Wohnort:          Krefeld
Verein:             KSV Germania Krefeld 1891 e.V
Größte Erfolge: Weltmeisterin 2014,
                       Dritte bei den Europaspielen 2015,
                       EM-Dritte 2013,
                       Junioren-WM-Zweite 2011,
                       Junioren-Europameisterin 2010
Studium:          "Master of Arts" Prävention und Gesundheitsmanagement
Universität:      Deutsche Hochschule (Fernuniversität) für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken


Die Deutsche Bank unterstützt im Rahmen der Sporthilfe-Förderung studierende Spitzenathleten mit 400 Euro im Monat. Aktuell profitieren rund 400 Sporthilfe-geförderte Athleten vom Programm, das mit dem dritten Semester einsetzt und mit einem Zeitbonus über die Regelstudienzeit hinaus gewährt wird. Die besonderen Leistungen der studierenden Athleten sollen mit der Wahl zum Sport-Stipendiat des Jahres zusätzlich herausgestellt und gewürdigt werden. Der Preisträger erhält für 1 ½ Jahre von der Deutschen Bank den doppelten Stipendiumsbetrag von 800 Euro pro Monat. Die weiteren vier Finalisten erhalten für den gleichen Zeitraum eine Zusatzförderung in Höhe von 200 Euro.

Diese Sporthilfe-Athleten stehen zur Wahl: Aline Focken (Ringen), Laura Grasemann (Ski Freestyle), Maximilian Hartung (Fechten), Sophia Saller (Triathlon) und Maike Naomi Schnittger (Schwimmen; paralympisch). Bis zum 23. August kann jeder unter www.sportstipendiat.de den Nachfolger von Malaika Mihambo, Weitspringerin und Sport-Stipendiatin 2014, wählen. Unter allen Teilnehmern des Online-Votings wird eine Deutsche Bank SparCard mit einem Guthaben von 500 Euro verlost. Die feierliche Preisverleihung findet am 22. September 2015 in der Deutschen Bank in Berlin statt.


HINWEIS FÜR DIE REDAKTIONEN:

Abdruck honorarfrei.
Quelle: Deutsche Sporthilfe

Wir bieten sendefertig geschnittene und vertonte Video-Beiträge an, die die fünf Finalisten sowohl als Sportler als auch als Student vorstellt. Wir zeigen spektakuläre Einblicke in die Trainingsarbeit und haben beim Studium über die Schulter geschaut. Die Beiträge sind kostenlos und rechtefrei.

Zum Download: https://www.dropbox.com/s/b16l8uk0dqyfgr4/SpSt2015_Beitrag_neutral_rtp_x264.mp4?dl=0
Zum Embedden aus dem Sporthilfe youtube-Kanal: https://youtu.be/kvE-focnWUY

Auf Wunsch stellen wir auch gerne kostenlos Rohmaterial zu den fünf Athleten zur Verfügung. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an: redaktion@united-news.de

Selbstgedrehte Bewerber-Videos der fünf Kandidaten:
Aline Focken: https://youtu.be/LuX09ejbi64
Laura Grasemann: https://youtu.be/dYqpA_-kBcs
Max Hartung: https://youtu.be/cZsGYEDO0Yk
Sophia Saller: https://youtu.be/kBqxmMBf3KM
Maike Naomi Schnittger: https://youtu.be/LLt57JueE7o

Rechtefreies Fotomaterial bei der Deutschen Sporthilfe.


Sport-Stipendiat des Jahres 2015

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Hier gehts zur Wahl!
www.sportstipendiat.de