Deutsche Sporthilfe

Wie wir fördern: Werteorientiert und nachhaltig

Raphael Holzdeppe Sprung 2 - Einzelsicht

Derzeit genießen rund 3.800 erfolgreiche und hoffnungsvolle Nachwuchs- und Spitzensportler die Förderung der Sporthilfe – über 46.000 sind es bereits seit der Gründung im Jahr 1967. In dieser Zeit hat die Sporthilfe über 385 Millionen Euro aufgewendet und Athleten aus über 50 Sportarten unterstützt. Die Fördersumme lag in der vergangenen Olympiade bei jährlich zwischen 10 und 12,5 Millionen Euro. Die Leistungen der Sportler bei internationalen Wettkämpfen sind dabei das entscheidende Kriterium, im Nachwuchsbereich wird besonders die Leistungsperspektive berücksichtigt.

In fast fünf Jahrzehnten Tätigkeit für den Spitzensport hat die Sporthilfe wirksame und zeitgemäße Förderkonzepte für ihre Athleten entwickelt. Durch diese Unterstützung haben Sportler die besten Chancen, im Wettbewerb des modernen Leistungssports erfolgreich zu bestehen. Langfristig wird die Förderung verstärkt auf einen Ausbau der Vereinbarkeit von Spitzensport und Ausbildung ausgerichtet werden, eine entscheidende Aufgabe und Verantwortung für werteorientierte Sportförderung, die Athleten über viele Jahre und über die aktive Laufbahn hinaus begleitet und die weder mediale Aufmerksamkeit noch individuelle Vermarktbarkeit als Maßstab heranzieht.

Wer wird gefördert?

Die Grundvoraussetzung jeglicher Förderung durch die Sporthilfe ist die Zugehörigkeit des Athleten zu einem Bundeskader eines Spitzenverbandes.

Die Förderung durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe setzt voraus, dass die Sportler die Athletenvereinbarung mit der Sporthilfe anerkennen. Diese Vereinbarung sieht u.a. vor, dass die geförderten Sportler im Falle einer individuellen Vermarktung einen Betrag in Höhe von fünf Prozent der Werbeeinnahmen an die Sporthilfe abführen (Solidarfonds). Weiterhin müssen geförderte Sportler den Sporthilfe-Eid unterschrieben, in dem sie sich auf die Werte des Sports verpflichten und ein klares Bekenntnis gegen Doping ablegen.

Die unterschiedlichen Förderarten der Stiftung Deutsche Sporthilfe orientieren sich an Leistungskriterien, sportfachlich bedingten Aufwänden sowie an der sozialen Situation der Sportler. Höhe und Dauer der Förderungsleistungen leiten sich aus erbrachten Erfolgen, der Leistungsfähigkeit und der persönlichen Situation des Sportlers ab. Die Sporthilfe-Förderung kann dabei Kosten ersetzen, die nicht durch eigene Leistungen oder Zuschüsse Dritter gedeckt werden. Die Sporthilfe trägt jedoch nicht sämtliche Kosten, die durch die Ausübung des Sports entstehen.

Sporthilfe-Eid
(pdf, 56kB)

Wieviele Athleten werden gefördert?

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe fördert zurzeit rund 3.800 Athleten.

C-Kader (1.800 Sportler)

Im C-Kader sind Junioren- und Nachwuchssportler sowie Talente angesiedelt. Dabei ist die Altersgrenze sportspezifisch festgelegt; in der Regel aber bei ca. 18 bis 19 Jahren. Entscheidend sind die Altersgrenzen, die bei Junioren-Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gesetzt werden.

B-Kader (1.200 Sportler)

Hier werden die Athleten von nationaler Spitzenklasse eingestuft, die dem C-Kader entwachsen sind, aber (noch) nicht die Bedingungen für den A-Kader erfüllen.

A-Kader (800 Sportler)

Zum A-Kader gehören die Athleten von internationaler Spitzenklasse, die Finalplatzierungen bei internationalen Wettkämpfen erzielt haben. Sonderregelungen sind möglich.

S-Kader

In den S-Kader können die Sportler aufgenommen werden, die verletzungsbedingt oder aufgrund einer besonderen beruflichen Situation die Kaderkriterien nicht erfüllen konnten, die aber eine positive Leistungsperspektive aufweisen.

Internatsförderung (600 Sportler)

Über die o.g. Sportler hinaus unterstützt die Sporthilfe noch ausgewählte Nachwuchstalente mit einer individuellen Internatsförderung, die in einem Internat des Verbundssystems "Eliteschule des Sports" wohnen.

ElitePlus: Die höchste Förderstufe für Top-Athleten

ElitePlus ist ein wesentlicher Bestandteil des Förderkonzepts "Rio 2016" mit dem Ziel die finanziellen Rahmenbedingungen während der direkten Olympiavorbereitung zu verbessern. Damit soll Sportlern außerhalb der Sportförderung staatlicher Institutionen (Bundeswehr o.ä.) ermöglicht werden, den Trainings- und Wettkampfmaßnahmen oberste Priorität einzuräumen.

ElitePlus kann von Athleten beantragt werden, die
(1) über eine gute Medaillenperspektive für die nächsten Olympischen Spiele verfügen, und
(2) die Kriterien für die Aufnahme in die Eliteförderung in einer Einzeldisziplin erfüllt haben und
(3) in der Weltspitze über einen längeren Zeitraum etabliert sind

Den im ElitePlus-Programm eingebundenen Spitzensportlern gewährt die Deutsche Sporthilfe mit Unterstützung des exklusiven Partners PricewaterhouseCoopers AG (PwC) bis zu den Olympischen Spielen für maximal 18 Monate eine regelmäßige Monatszahlung von 1.500 €.

Unsere Besten: Elite-Förderung und TopTeam-Förderung

Besonders effektiv ist die Elite-Förderung, ermöglicht von Mercedes-Benz, mit der sich die leistungsstärksten Athleten mit Medaillenperspektive gezielt auf die jeweils anstehenden Olympischen Spiele vorbereiten können. Die Analysen nach Olympischen Spielen haben gezeigt, dass fast zwei Drittel der Elite-Sportler an dem Gewinn von Olympischen Medaillen beteiligt waren und 90 Prozent einen Finalplatz erreichten.

Um eine Elite-Förderung zu erhalten, muss der Athlet eine Medaille bei den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften in einer Olympischen Disziplin gewinnen.

Die Höhe der monatlichen Zahlung orientiert sich an der Platzierung beim jeweiligen Jahreshöhepunkt.
Platz 1 Olympische Spiele / Weltmeisterschaft: 800 € / Monat*
Platz 2 Olympische Spiele / Weltmeisterschaft: 600 € / Monat*
Platz 3 Olympische Spiele / Weltmeisterschaft: 500 € / Monat*
Platz 4-6 Weltmeisterschaft: 400 € / Monat*

*in Disziplinen, in denen keine WM stattfindet, werden alternative Ziele im Vorfeld definiert.

Unsere Talente: Nachwuchselite-Förderung

Analog zur Elite-Förderung wird die Nachwuchselite-Förderung gehandhabt. Rund 170 besonders talentierte Nachwuchs-Sportler aus dem olympischen und dem paralympischen Sport befinden sich in diesem speziellen Förderprogramm.

Das Programm der Nachwuchselite-Förderung ist langfristig ausgerichtet und stellt eine optimale und kontinuierliche Förderung der perspektivreichsten Nachwuchs-Sportler dar. Ziel ist es, durch eine zusätzliche finanzielle Förderung sowohl den Weg zur Weltspitze als auch zu beruflichem Erfolg zu ebnen.

Athleten, die eine Medaille bei einer Junioren-Weltmeisterschaft in einer olympischen Einzeldisziplin gewonnen haben und eine besondere Perspektive in Hinblick auf die Olympischen Spiele vom Verband bestätigt bekommen, können vom Verband vorgeschlagen werden.

Der Förderumfang beträgt bis zu 4.000 € im Jahr.

Die olympische Nachwuchselite-Förderung wird vom Premium-Partner DFL Deutsche Fußball Liga GmbH gemeinsam mit der Bundesliga-Stiftung finanziert, während die paralympische Nachwuchselite-Förderung von der DFB Stiftung Egidius Braun übernommen wird. 

Unterstützung beim Übergang vom Junioren- in den Aktivenbereich

Der Schritt vom Junioren- in den Aktiven-Bereich ist für viele junge Athleten mit neuen Herausforderungen behaftet. Das Leistungsniveau nimmt zu, es lässt sich nicht unmittelbar an die Erfolge im Juniorenbereich anknüpfen und neben der sportlichen Entwicklung rücken verstärkt Fragen zum beruflichen Karriere in den Vordergrund.

Diesen besonderen Anforderungen versucht die Deutsche Sporthilfe Rechnung zu tragen, u.a. indem die Sporthilfe die Athleten vom C- und B-Kader der olympischen Disziplinen, die keine staatliche Sportförderstelle (Bundeswehr o.ä.) haben, grundsätzlich mit einer regelmäßigen monatlichen Förderung unterstützt. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Kader und beträgt 100 € bzw. 200 €.

A-Kaderathleten werden mit einer monatlichen Kaderförderung in Höhe von 300 € unterstützt.

Für Athleten die aufgrund ihrer herausragenden Erfolge in die Elite-Förderung der Sporthilfe aufgenommen wurden, gelten gesonderte Regelungen.

Sportliche und berufliche Karriere möglich machen

Ein zentrales Anliegen der Sporthilfe ist es, die leistungssportliche Karriere der von ihr geförderten Athleten in Einklang mit dem schulischen und beruflichen Vorankommen zu bringen. Die Duale Karriereförderung wird dabei alters- und situationsabhängig eingesetzt:

  • Schüler in Sport-Internaten erhalten - abhängig vom Einkommen der Eltern - eine individuelle Internatsförderung von monatlich bis zu 170 Euro,
  • Schüler profitieren von Zuschüssen zu Nachhilfeunterricht,
  • Studierende erhalten (ggf. auch über die Regelstudienzeit hinaus) das monatliche Deutsche Bank Sport-Stipendium in Höhe von 300 Euro,
  • berufstätige Athleten und deren Arbeitgeber erhalten für das Fehlen wegen Trainings- oder Wettkampfzeiten Verdienstausfall-Erstattung,
  • besonders erfolgreiche Sportler können nach Beendigung ihrer sportlichen Karriere ein emadeus-Stipendium erhalten, um eine begonnene Ausbildung zu beenden oder eine höhere Qualifikation in einem Beruf zu erlangen.

Olympia- und Paralympics-Prämien

Prämien für Spitzenathleten berücksichtigen den Wunsch der Aktiven, Erfolge bei olympischen und paralympischen Spielen gesondert zu würdigen. Olympia- und Paralympics-Prämien für Medaillengewinner sind gleich hoch.

Die Prämienstaffelung: Gold 20.000 Euro, Silber 15.000 Euro, Bronze 10.000 Euro. Honoriert wird jeweils der größte Erfolg eines Olympia- oder Paralympics-Starters, um Athleten unabhängig vom Wettkampfformat vergleichbare Unterstützung für ihre sportliche und berufliche Karriere zu ermöglichen. Die Auszahlung erfolgt über zwölf Monate.

Prämien für Mannschafts- und Spielsportarten und weitere Platzierungsprämien werden gesondert durch den Gutachterausschuss der Sporthilfe festgelegt.

Serviceleistungen für Sporthilfe-Athleten

Mit einem realen Gegenwert von jährlich rund 2,5 Millionen Euro unterstützen Unternehmen in Form von Rabatten und Sonderangeboten die geförderten Athleten. Die annähernd 60 involvierten Unternehmen stellen die verschiedensten Sach- und Dienstleistungen größtenteils unentgeltlich oder gegen Spendenbescheinigung zur Verfügung und entlasten damit nicht nur das Portemonnaie der Sportler, sondern auch den Förderhaushalt der Sporthilfe um einen beträchtlichen Betrag.

Ein umfassendes Versicherungspaket (Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Unfall-, Auslandskrankenversicherung), Gesundheitshilfen, gezielte Beratungsangebote zur Karriereplanung und Berufsorientierung, sowie Medientraining und Sprachkurse schlagen bei den Dienstleistungen zu Buche. Rabatte und Sonderkonditionen bei Sachleistungen gibt es von A wie Autokauf bis Z wie Zeitschriften-Abonnement sowie z.B. bei Kompressionsstrümpfen.