Deutsche Sporthilfe

„Uli Hoeneß hat aus eigenem Antrieb die Auszeichnung mit der ‚Goldenen Sportpyramide‘ niedergelegt“


Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe, hat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Stellung genommen

Frankfurt am Main, 02.05.2014 -

„Uli Hoeneß hat aus eigenem Antrieb die Auszeichnung mit der „Goldenen Sportpyramide“ niedergelegt. Dies hat er jetzt Vertretern der Sporthilfe gegenüber mitgeteilt.

Seine Mitgliedschaft in der „Hall of Fame“ war gebunden an die Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“, die er 2009 in Berlin für sein Lebenswerk entgegen genommen hat. Mit der Niederlegung dieser Auszeichnung endet automatisch auch die Mitgliedschaft in der „Hall of Fame“, da diese daran gekoppelt ist. Hoeneß hat mit seinem Schritt dieses Thema zunächst einmal für uns beendet.

Wir sind als Institution ihm gegenüber nicht unvoreingenommen, sogar parteiisch, das muss ich einfach so sagen. Mitglieder unserer Gremien sind ihm zum Teil langjährig eng verbunden. Die Deutsche Sporthilfe hat, wie viele andere im Sport, vom durch den FC Bayern München, unter der Führung von Uli Hoeneß, und auch von ihm persönlich in einer Art und Weise profitiert, die einzigartig ist. Es hat viele Aktionen gegeben, die uns, nicht nur finanziell, sehr geholfen haben und die auch für unsere Athleten sehr wertvoll waren. Dennoch haben wir nicht so getan, als wäre nichts gewesen, sondern natürlich früh versucht, mit der Situation und ihren Auswirkungen richtig umzugehen.

Medien-Meldungen über die Möglichkeit der Aberkennung der Mitgliedschaft von Uli Hoeneß waren völlig verfrüht – es gibt auch andere Optionen. Die „Hall of Fame des deutschen Sports“ wird getragen von uns, der Deutschen Sporthilfe, aber auch vom Deutschen Olympischen Sportbund und vom Verband Deutscher Sportjournalisten. Schon zur Gründung der „Hall of Fame“ im Jahr 2006 wurde festgelegt, dass eine Mitgliedschaft überprüft werden kann, wenn neue Erkenntnisse dies erfordern. Für Überprüfungen zuständig ist eine unabhängige Jury. Wir wollten, abgestimmt mit den beiden anderen Trägern, die Jury anrufen. Aber dazu kam es nun erst gar nicht. Am Ende, so meine ich, widerspricht die Geschichte von Uli Hoeneß nicht der Ausgangsidee der „Hall of Fame“, sondern unterstreicht sie eher. Der tiefere Gedanke war und ist, Diskussionen nicht aus dem Weg zu gehen, sondern anzuregen.

Die Geschichte der Fußball-Bundesliga, ja sogar die des gesamten deutschen Fußballs, wäre ohne das Wirken von Uli Hoeneß heute eine ganz andere. Die „Hall of Fame“ ist ein Erinnerungsforum der deutschen Sportgeschichte und versammelt die Größen des deutschen Sports. Uli Hoeneß  ist ohne Zweifel einer der ganz Großen des deutschen Sports. Inwieweit er in die „Hall of Fame“ hinein gehört, obliegt der Entscheidung einer unabhängigen Jury, die sich mit diesem Thema befassen muss. Aktuell  ist die Entscheidung durch den Schritt von Uli Hoeneß erst einmal gefallen.“