55 Jahre Sporthilfe - Unsere Wahl der Sportmomente

 

Geschichte bewahren, Zukunft fördern - Wir feiern 55 Jahre Deutsche Sporthilfe und blicken dabei zurück auf spannende Geschichten hinter einzigartigen Sportmomenten. Deshalb haben wir aus den unten abgebildeten Sportmomenten abstimmen lassen, welcher dieser Moment Dein Sportmoment der letzten Jahre ist. Das Ergebnis folgt in Kürze.

 

 

Diese 25 Sportmomente standen zur Auswahl:

Moment 01: Ulrike Meyfahrts
Moment 01: 1972

Ulrike Meyfahrts Goldsprung von München

Mit gerade einmal 16 Jahren startet Ulrike Meyfarth 1972 ohne große Erwartungen bei den Olympischen Spielen. Als eine der wenigen Athletinnen zeigt die großgewachsene junge Frau aus Frankfurt bereits den Fosbury-Flop, bei der die Latte rückwärts überquert wird – und gewinnt vor 80.000 Zuschauer:innen im Münchener Olympiastadion sensationell die Goldmedaille im Hochsprung der Frauen. 1,92 m bedeuten zudem einen neuen Weltrekord.

Moment 02: Deutsch-Deutsches Fotofinish
Moment 02: 1972

Deutsch-Deutsches Fotofinish im Staffelfinale

Die olympische 4x100-Meter-Staffel der Frauen wird zum Klassenkampf zwischen West und Ost stilisiert. Die favorisierten Sprinterinnen aus der DDR dominieren den Vorlauf und egalisieren den Weltrekord. Im Endlauf sprintet BRD-Schlussläuferin Heide Rosendahl, nach Weitsprung-Gold und Fünfkampf-Silber bereits zum „Gesicht der Spiele“ avanciert, gegen die damalige Weltrekordhalterin und frischgekrönte 100-Meter-Olympiasiegerin Renate Stecher zum sensationellen Staffel-Sieg.

Moment 03: Gerd Müller
Moment 03: 1974

Gerd Müller wird im eigenen Land zum WM-Helden

Im WM-Finale gegen die Niederlande ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eigentlich unterlegen, der „Bomber der Nation“ Gerd Müller schießt die Elf aber zum 2:1-Sieg und damit zum WM-Titel. Nach dem Abpfiff lässt sich der Bayern-Star in seinem Heim-Stadion in München von Fans und Trainer Helmut Schön feiern, wissend, dass es das letzte Länderspiel seiner außergewöhnlichen Karriere war. Im Jahr 2014 wird er in die von der Deutschen Sporthilfe initiierte „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen.

Moment 04: Rosi Mittermaier
Moment 04: 1976

Rosi Mittermaier dominiert die Ski-Piste

„Rosi, Rosi, noch einmal, es war so wunderschön“ wird zum Gassenhauer der deutschen Fans bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck, bei denen die bayerische Frohnatur Rosi Mittermaier nicht nur die Wintersportwelt verzückt. Der überraschende Triumph in der Abfahrt, in der eigentlich ihre Schwester Evi als Favoritin an den Start geht, bringt ihr die erste von drei Medaillen. Anschließend wird „Gold-Rosi“ erst von der Konkurrenz auf Schultern getragen und anschließend von Fans und Öffentlichkeit hofiert.

Moment 05: Handball-Nationalmannschaft
Moment 05: 1978

Die Handball-Nationalmannschaft wird Weltmeister

Ins WM-Endspiel gegen die Sowjetunion gehen die deutschen Handballer als krasser Außenseiter. Doch in der Kopenhagener Brøndby-Halle wächst das Team um Jahrhunderthandballer Joachim Deckarm und den späteren Nationaltrainer Heiner Brand über sich hinaus und gewinnt sensationell mit einem Tor Vorsprung. Im Moment des Abpfiffs gibt es für das deutsche Team kein Halten mehr.

Moment 06: Boris Becker
Moment 06: 1985

Teenager Boris Becker triumphiert in Wimbledon

Den Teenager Boris Becker kennen in den frühen 1980er nur Tennis-Insider. Das ändert sich schlagartig, als der 17-Jährige im Juli 1985 als erster ungesetzter Spieler, als erster Deutscher und als jüngster Sieger überhaupt bei den Wimbledon Championships in London im Einzel triumphiert. Es ist der Startschuss für eine außergewöhnliche Karriere und für den Tennisboom in Deutschland. Im Jahr 2015 wird er in die von der Deutschen Sporthilfe initiierte „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen.

Moment 07: Katarina Witt
Moment 07: 1988

Katarina Witt läuft als „Carmen“ zu Gold

Als Titelverteidigerin geht Kati Witt bei den Olympischen Winterspielen in Calgary an den Start. Wie ihre US-amerikanische Hauptkonkurrentin läuft die 22-Jährige ihre Kür zur Musik aus Georges Bizets Oper „Carmen“, die Presse nennt das Duell daher „Battle of the Carmens“. Witt begeistert mit ihrer künstlerischen Darbietung Publikum und Jury – und gewinnt erneut olympisches Gold. Im Jahr 2010 wird sie von der Deutschen Sporthilfe mit der „Goldenen Sportpyramide“ ausgezeichnet.

Moment 08: Arnd Schmitt
Moment 08: 1988

Deutsche Fechter feiern Olympiasieger Arnd Schmitt

Im Finale der Olympischen Spiele von Seoul beweist Degenfechter Arnd Schmitt Nerven aus Stahl. Gegen den Franzosen Philippe Riboud setzt der Schwabe den letzten Treffer und siegt mit 10:9. Im Anschluss kennt seine und die Freude der Teamkollegen keine Grenzen, in der Fernseh-Live-Übertragung dankt Schmitt überschwänglich dem damaligen Sporthilfe-Chef Josef Neckarmann für die große Unterstützung.

Moment 09: Steffi Graf
Moment 09: 1988

Steffi Graf gewinnt in Seoul den „Golden Slam“

1988 ist auch für Steffi Graf ein besonderes Jahr: Sie gewinnt alle vier Grand Slam-Turniere in Folge und lässt am 1. Oktober in Seoul die goldene Krönung folgen: Im Finale des Olympischen Tennisturniers bezwingt sie ihre argentinische Rivalin Gabriela Sabatini und holt damit als bisher einzige Tennisspielerin den „Golden Slam“. Nach der Siegerehrung dröhnt aus den Boxen Whitney Houstons Olympia-Song „One Moment in Time“. Im Jahr 2008 wird sie von der Deutschen Sporthilfe mit der „Goldenen Sportpyramide“ ausgezeichnet.

Moment 10: Franziska van Almsick
Moment 10: 1992

Franziska van Almsick schwimmt zu Olympia-Silber

Franziska van Almsick ist gerade einmal 14 Jahre alt, als sie bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona Silber über 200 m Freistil gewinnt, zudem Silber mit der 4×100-m-Lagen-Staffel und Bronze über 100 m Freistil und der 4×100-m-Freistil-Staffel. Das Nesthäkchen im deutschen Olympia-Team wird zum „Liebling der Nation“ und avanciert nach der Wiedervereinigung zum ersten gesamtdeutschen Sportstar.

Moment 11: Henry Maske
Moment 11: 1993

Henry Maske wird erstmals IBF-Box-Weltmeister

Die Ringglocke ertönt, Henry Maske reckt die rechte Faust nach oben. Weltmeister im Halbschwergewicht! Sein hart erkämpfter Punktsieg am 20. März 1993 in Düsseldorf ist mehr als nur ein persönlicher Triumph. Es ist der Startschuss für einen Box-Boom in Deutschland. Der „Gentleman“ bringt die Sportart raus aus der Schmuddelecke und hinein in die deutschen Wohnzimmer, in der Spitze verfolgen bis zu 18 Millionen TV-Zuschauer seine Kämpfe. Im Jahr 2012 wird er von der Deutschen Sporthilfe mit der „Goldenen Sportpyramide“ ausgezeichnet.

Moment 12: Frank Busemann
Moment 12: 1996

Frank Busemann gewinnt Olympia-Silber im Zehnkampf

Bei den Olympischen Spielen 1996 gewinnt Frank Busemann völlig überraschend Silber im Zehnkampf und wird über Nacht zum Liebling der Massen. Als er nach dem abschließenden 1.500-Meter-Rennen im Ziel völlig ausgepumpt auf der Laufbahn liegen bleibt, freuen sich seine beiden Mannschaftskollegen Dirk Pajonk und Frank Müller mit ihm über den magischen Moment von Atlanta.

Moment 13: Alpin-Frauen
Moment 13: 1998

Olympischer Dreifach-Sieg für Alpin-Frauen

Ein olympischer Traum in Gold, Silber und Bronze: Katja Seizinger, Martina Ertl und Hilde Gerg schaffen Historisches. Der Triumph in der Kombination am Mount Karamatsudake ist der erste dreifache alpine Olympia-Erfolg für Deutschland – und für Katja Seizinger nach Gold in der Abfahrt die zweite Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano, im Riesenslalom gewinnt sie Bronze.

Moment 14: Sven Hannawald
Moment 14: 2002

Sven Hannawald gewinnt die Vierschanzentournee

Vier Springen, vier Siege: 2002 gewinnt mit Sven Hannawald erstmals überhaupt ein Skispringer bei allen vier Stationen der legendären Vierschanzentournee. Knapp ist es beim finalen Stopp in Bischofshofen, doch der gebürtige Sachse hält dem großen Druck auch beim letzten Sprung stand und den Finnen Matti Hautamäki damit im Tages- sowie im Gesamtklassement auf Distanz. Seinen Triumph verfolgen mehr als 10 Mio. deutscher Fans vor dem TV.

Moment 15: Hockey-Damen
Moment 15: 2004

Hockey-Damen triumphieren im olympischen Finale

Sensation in Athen: Die deutschen Hockey-Damen bezwingen im olympischen Finale den haushohen Favoriten und Erzrivalen Niederlande mit 2:1 und schaffen damit eine der größten Überraschungen der Olympischen Spiele 2004. Für den Deutschen Hockey-Bund bedeutet der Erfolg das dritte Olympia-Gold seiner Geschichte nach den Siegen der Herren-Teams von 1972 und 1992.

Moment 16: Deutsche Handballer
Moment 16: 2007

Deutsche Handballer feiern ihr „Wintermärchen"

Wenn nicht jetzt, wann dann: Bei der Heim-Weltmeisterschaft startet die deutsche Handball-Nationalmannschaft zwar mit Ambitionen, wird aber erst im Laufe des Turniers zu einem echten Titelkandidaten. Nach Krimis gegen Spanien und Frankreich besiegt das Team von Heiner Brand in einem emotionalen Finale Polen – die Revanche für die Niederlage in der Vorrunde. Bei Spielern, Trainer und Fans kennt die Freude anschließend keine Grenzen.

Moment 17: Matthias Steiner
Moment 17: 2008

Matthias Steiners emotionaler Olympiasieg

Beim Olympischen Wettbewerb im Superschwergewicht strebt Gewichtheber Matthias Steiner nach einer Medaille. Im letzten Versuch zieht er knapp am bislang Führenden vorbei und kann sein Glück kaum fassen. Bei der Siegerehrung widmet der gebürtige Österreicher seinen Erfolg seiner ein Jahr zuvor tragisch ums Leben gekommenen Ehefrau und nimmt die Medaille mit einem Foto von ihr in den Händen entgegen.

Moment 18: Robert Harting
Moment 18: 2009

Die Zerreißprobe nach Robert Hartings WM-Titel

Als amtierender WM-Zweiter und Olympia-Vierter will Robert Harting bei der Heim-WM in Berlin unbedingt den Titel gewinnen. Im letzten Versuch schleudert der Berliner den Diskus 28 cm weiter als sein polnischer Konkurrent und gewinnt Gold. Bei der Ehrenrunde auf der blauen Bahn kennt seine Freude kein Halten mehr – beim Jubel zerreißt er sein Trikot. Der Beginn eines Rituals, das sich unter anderem nach Gold bei den Olympischen Spielen 2012 wiederholen wird.

Moment 19: Gerd Schönfelder
Moment 19: 2010

Gerd Schönfelder rast zum 16. Paralympics-Gold

Nach dem letzten Paralympics-Rennen seiner Karriere, in der Super-Kombination, tönen bei der Siegerehrung plötzlich „Papa, Papa“-Rufe aus dem deutschen Block. Für Gerd Schönfelder ist dieser Tag, über das sportliche hinaus, eine ganz besondere Super-Kombination: Sein 16. Gold bei Paralympics, was gleichzeitig Rekord bedeutet, und die Geburt seines zweiten Kindes.

Moment 20: Deutschland-Achter
Moment 20: 2012

Der Deutschland-Achter feiert sein Olympia-Gold

Nach 24-jähriger olympischer Durststrecke ist der Deutschlandachter wieder ein nationales Erfolgssymbol. Nach dem Parforceritt über den Dorney Lake zur Goldmedaille fehlt den Athleten zunächst die Kraft zum Jubeln, völlig ausgepumpt schnappen sie nach Luft. Nur Schlagmann Kristof Wilke, der noch im Boot die Siegerpose von Sprinter Usain Bolt nachahmt, scheint zu realisieren, was sie Herausragendes geleistet haben.

Moment 21: Brink/Reckermann
Moment 21: 2012

Brink/Reckermann schreiben Geschichte

Nur einen einzigen Satz geben Jonas Reckermann und Julius Brink auf ihrem grandiosen Triumphzug ins Endspiel der Olympischen Spiele von London ab – dort warten mit den Brasilianern Alison/Emanuel die Top-Favoriten. In einem dramatischen Finale nutzen die Deutschen im Tiebreak ihren vierten Matchball und holen das erste europäische Beachvolleyball-Gold überhaupt.

Moment 22: Nationalelf
Moment 22: 2014

Joachim Löw coacht die Nationalelf zum WM-Titel

Nach dem 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien ist die Brust der deutschen Fußballnationalmannschaft im Endspiel gegen Argentinien breit wie nie. In einem engen Finale schießt der eingewechselte Mario Götze in der Verlängerung das Siegtor. Für Trainer Joachim Löw und die „Sommermärchen“-Generation ist es Krönung und Erlösung zugleich.

Moment 23: Markus Rehm
Moment 23: 2014

Markus Rehm springt weiter als alle anderen

Am 26. Juli 2014 startet Markus Rehm bei der Deutschen Meisterschaft der nichtbehinderten Weitspringer und gewinnt mit einer Weite von 8,24 Metern. Das Resultat gilt zunächst nur unter Vorbehalt, da geklärt werden soll, ob seine Prothese ihm keinen unerlaubten Vorteil verschafft. Vier Monate später entscheidet der DLV, dass Rehm zwar seinen Titel als Weitsprung-Meister behalten und auch in Zukunft gemeinsam mit nichtbehinderten Sportlern starten darf, aber getrennt von ihnen gewertet wird.

Moment 24: Andreas Toba
Moment 24: 2016

Andreas Toba wird in Rio zum „Hero de Janeiro"

Bei den Olympischen Spielen in Rio läuft die Qualifikation im Mannschaftswettbewerb der Turner. Am Boden verletzt sich der deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba bei der Landung am Kreuzband. Unter Tränen verlässt er die Matte, fährt aber nicht ins Krankenhaus. Stattdessen quält er sich ans Pauschenpferd und schließt die Übung mit der höchsten Wertung im deutschen Quartett ab. Für das Team reicht das zum Finaleinzug – für Toba, den „Hero de Janeiro“, sind die Spiele beendet.

Moment 25: Natalie Geisenberger
Moment 25: 2022

Natalie Geisenberger rodelt zum Rekord-Gold

Natalie Geisenberger triumphiert bei den Winterspielen in Peking nach dem Olympiasieg im Einzel auch mit dem Rennrodel-Team und trägt sich damit bei ihren vierten Olympischen Spielen zum dritten Mal als zweifache Olympiasiegerin in die Siegerliste ein. Mit insgesamt sechs Gold- und einer Bronzemedaille avanciert sie gleichzeitig zur bisher erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aller Zeiten.

Bildagentur picture alliance

Alle Bilder stammen aus dem Foto-Archiv der Bildagentur picture alliance. Die dpa-Tochter ist langjähriger Medien-Partner und offizieller Foto-Partner der Deutschen Sporthilfe.


Unsere Nationalen Förderer