Auf dem Weg nach LA: Deutsches Flag Football-Team kämpft bei der WM um die Olympia-Quali

Erstmals ist Flag Football 2028 in Los Angeles olympisch – ein Schritt, der für die deutsche Nationalmannschaft „alles“ bedeutet. Die WM in Düsseldorf vom 13. bis 16. August wird zur entscheidenden Standortbestimmung und wichtigen Qualifikationsmöglichkeit auf dem Weg nach LA. Dank der Sporthilfe-Förderung können sich die Athleten heute professioneller denn je auf ihren olympischen Traum vorbereiten. 

Für Wide Receiver Keanu Peukert ist die Aufnahme in das olympische Programm mehr als ein sportlicher Meilenstein. „Ich spiele jeden Tag Flag Football, ich gehe jeden Tag trainieren. Dass wir jetzt die Möglichkeit haben, auf der olympischen Bühne zu spielen, bedeutet mir einfach alles.“ Keanu spricht damit aus, was viele in der deutschen Nationalmannschaft empfinden. 

Flag Football ist eine Sportart, die lange im Schatten des Tackle Footballs stand. Von außen wirkt sie oft leichter: kleineres Feld, weniger Körperkontakt, weniger Brutalität. Doch die Athleten widersprechen entschieden. „Die Schnelligkeit des Spiels macht Flag Football sehr besonders. Es ist viel dynamischer und flüssiger als Tackle Football: Weniger Unterbrechungen, ein Big Play nach dem anderen“, erklärt Keanu. Flag Football sei technischer, anspruchsvoller, und es ließe sich nicht so viel mit körperlicher Stärke ausgleichen. „An manchen Stellen hat Flag Football etwas von Basketball, weil es so viel hin und hergeht“, beschreibt es sein Teamkollege Moritz Kulenovic. „Du brauchst Skills.“  

Was alle Athleten betonen, ist die besondere Verbundenheit innerhalb des Teams. „In der Nationalmannschaft sind wir eigentlich kein Team, sondern schon eine richtige Familie. Wir kennen uns alle seit Ewigkeiten“, sagt Kaenu. Die ganze Sportart sei wie eine große Flag Football-Familie. „Das ist eigentlich das Schönste würde ich sagen“, beschreibt es Malik Al-Kahlout. Diese Nähe ist kein Zufall. In einem Sport, der so schnell ist und in dem Entscheidungen in Sekundenbruchteilen fallen, ist Vertrauen entscheidend. Flag Football belohnt nicht die stärksten Spieler, sondern die eingespieltesten. „Das athletischste Team ist nicht unbedingt das Beste. Wenn die Chemie gut ist, kann man jedes Team schlagen“, fasst Malik zusammen. 

Moritz Apfel auf dem Spielfeld
Moritz Apfel

Seit diesem Jahr ist Flag Football neben Baseball, Cricket, Lacrosse, Para-Klettern, Softball und Squash neu in der Sporthilfe-Förderung. „Die Aufnahme in die Sporthilfe-Förderung ist für mich eine wichtige Anerkennung für die letzten zehn Jahre, die ich in den Sport reininvestiert habe“, sagt Moritz Apfel. Gleichzeitig hilft die finanzielle Unterstützung ganz praktisch weiter. „Das Geld der Sporthilfe kann ich für neues Equipment verwenden: neue Handschuhe, neue Schuhe. Und gleichzeitig muss ich weniger arbeiten und kann mehr Zeit für mein Training nutzen“, fasst es Kaenu zusammen. Malik ergänzt: „Es hat eine gewisse Leichtigkeit, den Fokus jetzt nur noch auf den Sport legen zu können.“ 

Alles für das große Ziel: Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. „Für unsere Sportart ist es eine wahnsinnige Chance und ein Zeichen jetzt als eigenständiger Sport wahrgenommen zu werden. Losgelöst vom Tackle Football. Vor allem für den Nachwuchs ist das ein unfassbar wichtiges Zeichen“, sagt Moritz Apfel. Vor dem Highlight in zwei Jahren steht jetzt erstmal die Flag Football-Weltmeisterschaft vom 13. bis 16. August in Düsseldorf an. Das Ziel? „Wir geben unser Bestes und dann sehen wir mal. Natürlich wollen wir uns so gut platzieren, wie es geht“, sagt Keanu. „Die WM ist eine wichtige Standortbestimmung und eine sehr gute Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele“, sagt Moritz Kulenovic. „Ich träume davon, die WM zu gewinnen.“ 


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