
Mehr als 80 Tage unterwegs, Training auf internationalem Niveau und gleichzeitig für die Universität lernen: Hockey-Torwart Jasper Ditzer hat ein intensives Jahr hinter sich. Mit der deutschen U21-Nationalmannschaft wurde er Weltmeister, parallel studiert er Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Im Interview erzählt er, wie er den Spagat zwischen Spitzensport und Studium meistert und wovon er für seine Zukunft träumt.
Jasper, du bist mit der U21-Nationalmannschaft Weltmeister geworden. Wie hast du die vergangenen Monate erlebt?
Es war ein sehr intensives Jahr. Allein durch die WM-Vorbereitung waren wir mehr als 80 Tage unterwegs. Gleichzeitig hatte ich gerade mein Studium begonnen und musste viele Kurse und Veranstaltungen nachholen. Das war nicht immer einfach, aber am Ende hat es gut funktioniert.
Sportlich war diese Zeit für mich natürlich etwas Besonderes. Mit der U21-Nationalmannschaft Weltmeister zu werden, war ein großartiger Erfolg. Persönlich habe ich mich sehr gefreut, dass ich in drei von sechs Spielen zum „Player of the Match“ gewählt und am Ende als „Best Goalkeeper“ der Weltmeisterschaft ausgezeichnet wurde. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir dabei die Penaltyschießen im Viertelfinale und im Finale, die unsere Mannschaft beide gewinnen konnte. Als Torwart steht man in solchen Momenten natürlich im Mittelpunkt, aber am Ende gewinnt man solche Spiele nur gemeinsam als Team.
Wie hast du es geschafft, trotz der vielen Reisen im Jurastudium dranzubleiben?
Ich habe viel unterwegs, auf Lehrgängen und auch während der Weltmeisterschaft gelernt. Besonders herausfordernd war es, nach anstrengenden Trainingseinheiten oder Spielen noch die nötige

Energie dafür aufzubringen. Trotzdem konnte ich meine ersten beiden Semester erfolgreich abschließen und habe bisher alle Klausuren und Hausarbeiten bestanden.

Du warst mit der U21-Nationalmannschaft auch bei einem Lehrgang im Oman, als der Krieg im Iran ausbrach. Wie hast du diese Situation erlebt?
Das war ein sehr komisches und beunruhigendes Gefühl, so nah an einem Krieg zu sein. Wir waren vor Ort zwar relativ sicher, wurden dann aber trotzdem mit einer Evakuierungsmaschine zurück nach Deutschland gebracht. Darüber waren wir letztlich sehr froh. Diese Situation hat mir sehr deutlich vor Augen geführt, wie schnell sich Dinge verändern können und wie wenig selbstverständlich globale Sicherheit ist.
Was ist dein größter Traum für die kommenden Jahre?
Mein größter Traum ist es, für Deutschland bei Olympischen Spielen anzutreten und gleichzeitig mein Studium zu bestehen. Die Auszeichnung zum Sport-Stipendiaten des Jahres würde mich diesem Ziel sicher ein Stück näherbringen.
