
Zwischen Podcast, Social Media und Gremienarbeit kämpft Maximilian Thorwirth für mehr Mitsprache im deutschen Spitzensport. Seine Rolle als Athletensprecher zeigt, wie anspruchsvoll es ist, unterschiedliche Interessen zu vereinen – und warum genau darin die Chance für Fortschritt liegt. Mehr dazu im Magazin und im E‑Paper.
„Ich war immer jemand, der sich getraut hat, seine Meinung zu sagen.“
Für den Leichtathleten ist klar: „Nur meckern und nichts machen ist ein bisschen schwach.“ Der Mittelstreckenläufer sagt das nicht wie ein programmatisches Statement, eher wie eine Selbstverständlichkeit. Und doch steckt in diesem Satz viel von dem, was seine Rolle aktuell ausmacht: Athlet, Sprecher, Vermittler – und jemand, der sich entschieden hat, nicht nur zu laufen, sondern mitzureden.
Maximilian nimmt einen Platz ein zwischen Trainingsalltag, Verbandsarbeit und öffentlicher Stimme. Zwischen Verständnis für Strukturen und dem Drang, sie zu verändern. Zwischen Athlet und Funktionär auf Zeit. Dass er überhaupt in diese Rolle schlüpfte, war kein Karriereplan. Eher eine Mischung aus Interesse, Unruhe und dem Gefühl, nicht nur zuschauen zu wollen. Vorgeschlagen von anderen Leichtathletinnen und -athleten, gewählt, erst Stellvertreter – inzwischen Athletensprecher der deutschen Leichtathletik. „Ich war immer jemand, der sich getraut hat, seine Meinung zu sagen.“ Diese Bereitschaft zur Positionierung ist auch außerhalb des Verbandes sichtbar: Auf Social Media, im eigenen Podcast, in Interviews.
Der 31-Jährige ist jemand, der den Laufsport nicht nur läuft, sondern kommentiert. Und das kann Reibung erzeugen – nach außen wie nach innen. Denn die Frage, die sich durch sein Rollenverständnis zieht, ist komplizierter, als sie klingt: Wie laut darf ein Athlet sein, der gleichzeitig das System mitvertritt?
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