Andrea Rothfuss: Zurück auf der größten Bühne des Para-Sports

Nach fast zwei Jahren Wettkampfpause kehrt Para-Skirennläuferin Andrea Rothfuss zurück auf die internationale Bühne: Die 36‑Jährige überwindet eine depressive Episode, kämpft sich zurück in den Weltcup – und qualifiziert sich für ihre sechsten Winter-Paralympics. Mit über 22 Jahren Sporthilfe‑Förderung ist sie die am längsten unterstützte Athletin im Paralympics-Team und ein beeindruckendes Beispiel für Resilienz, Zusammenhalt und die Kraft langfristiger Unterstützung.


Para-Skirennläuferin Andrea Rothfuss erlebt vor den Paralympischen Winterspielen in Mailand Cortina 2026 die wohl schwierigste Phase ihrer Karriere. Fast zwei Jahre lang kann die 36‑Jährige wegen einer Depression an keinem Weltcup-Rennen teilnehmen. Nun steht sie im 48-köpfigen Aufgebot für die Paralympics in Mailand Cortina – ein außergewöhnlicher Erfolg, sportlich wie persönlich.

Nach der Saison 2023/2024 zwingen gesundheitliche Probleme und eine depressive Episode die 14‑malige Paralympics-Medaillengewinnerin zu einer langen Auszeit. Selbst leichtes Training war zeitweise unmöglich. Erst durch Therapie, Geduld und eine bewusste Reduktion des Trainingsumfangs findet Rothfuss Schritt für Schritt zurück zu Stabilität und Leistungsfähigkeit, berichtet der Deutsche Behindertensportverband (DBS) in einer Pressemitteilung.

Mit mehr als 22 Jahren Förderdauer ist Andrea Rothfuss die am längsten geförderte Athletin der aktuellen Paralympics-Mannschaft. Bereits 2005 wurde sie als Sporthilfe Juniorsportlerin des Jahres in der Kategorie Para Sport ausgezeichnet – ein früher Hinweis auf eine außergewöhnliche Karriere, die bis heute von der Sporthilfe begleitet wird. Aktuell befindet sie sich im #comebackstronger-Team, der Sonderkader der Sporthilfe, in dem Athletinnen und Athleten während einer längeren Verletzungspause oder gesundheitlichen Problemen weiter in dem bisherigen Umfang unterstützt werden können.

Im Dezember 2025 steht sie nach 660 Tagen Wettkampfpause wieder im Weltcup-Startgate. Mit Platz sieben im Riesenslalom und Platz vier im Slalom in St. Moritz erfüllt sie die halbe Qualifikationsnorm. Im Januar folgen Podestplätze am Feldberg, in Méribel und Veysonnaz. Damit ist die Nominierung für Cortina perfekt.

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Dass dieses Comeback möglich wurde, liegt auch an den Strukturen, die sie getragen haben. Nach ihrer krankheitsbedingten Pause verliert Rothfuss zwar ihren Platz im Paralympics-Kader, doch der DBS nimmt sie in den Ergänzungskader auf. Und auch die Stiftung Deutsche Sporthilfe bleibt an ihrer Seite – ein entscheidender Faktor, um Training, Therapie und Wettkampfplanung in dieser schwierigen Phase zu stemmen. Rothfuss sagt gegenüber dem DBS: 

„Es ist so wichtig, Athletinnen und Athleten auch in schweren Zeiten nicht fallen zu lassen. Ich hoffe, dass meine Geschichte zeigt, wie wertvoll Unterstützung ist.“

Zwanzig Jahre nach ihrem Paralympics-Debüt in Turin kehrt Andrea Rothfuss nun nach Italien zurück – mit neuer Stärke, neuer Offenheit und dem Wunsch, auch anderen Sportlerinnen und Sportlern Mut zu machen. Ihre sechsten Spiele sind mehr als ein sportlicher Meilenstein: Sie stehen für Resilienz, Zusammenhalt und die Kraft langfristiger Förderung.

Veröffentlichungsdatum: 02.03.2026, Quelle: Deutscher Behindertensportverband (DBS)



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