David Storl: Mit neuem Trainer zu alten Weiten

Als Triple-Sieger (2012, 2014, 2016) tritt Kugelstoßer David Storl bei der Leichtathletik-EM in Berlin an.


Einiges hat sich seit der letzten EM bei Kugelstoßer David Storl getan. Sowohl privat als auch sportlich. Seit ist seit Anfang 2017 ist er Vater eines Sohnes und hat in diesem Frühjahr die Mutter des gemeinsamen Kindes geheiratet. Außerdem arbeitet er seit Herbst 2017 mit seinem neuen Trainer Wilko Schaa in Leipzig zusammen.

Um bei der Heim-EM im August in Berlin den vierten Triumph in Serie feiern zu können, hat der Olympiazweite von London gemeinsam mit seinem Trainer den Schwerpunkt in der Vorbereitung auf schnelligkeitsorientiertes Training gelegt. „Das ist der richtige Weg, um wieder in Richtung meiner Bestleistung von 22,20 Metern zu stoßen“, sagt Storl, der seit 2007 von der Deutschen Sporthilfe unterstützt wird.

Weiterentwicklung durch Trainerwechsel

Mit seiner Familie hat er jetzt seinen Lebensmittelpunkt in Leipzig, die Pendelei zu Sven Lang nach Chemnitz fällt weg. „In Chemnitz hatte ich Laborbedingungen, da war ich in der Komfortzone“, so beschreibt David die zurückliegenden Jahre. „Jetzt muss ich auch mal wieder Kompromisse machen, das gibt Trainingshärte“, meint er.

Sven Lang ist weiter sein Bundestrainer. „Wir haben Feste gefeiert und auch Niederlagen erlebt in den zehn Jahren.“ David schaut dankbar zurück und entspannt nach vorne.

David Storl hat ein klares Ziel vor Augen: er will in Berlin zum vierten Mal in Folge Europameister werden (Bild: picture alliance)

"Im Fußball ist es gang und gäbe, Trainer zu wechseln zur Weiterentwicklung. In der Leichtathletik ist es eher verpönt. Es kann funktionieren, bis ans Karriereende mit ein und demselben Trainer verbunden zu sein – wenn alles stimmt, wenn auf die persönlichen Entwicklungen des Athleten eingegangen wird."

David Storl und sein Mentaltrainer Matthias Große - ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Erfolg (Bild: picture alliance)

Das „Wir“ gewinnt

David hat Veränderung gesucht und gefunden. „Mit Wilko Schaa habe ich seit Oktober 2017 das Training strukturell verändert, es gefällt mir super.“ Sein Team, mit Ernährungsberater, Physios und Matthias Große, dem Lebenspartner der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, „für das Psychologische“, sei eine „große Gemeinschaft“.

David Storl spricht oft in der „Wir“-Form. „Wir haben die Kraftphase gut bewältigt, jetzt geht es darum, dass wir die Kraft auf die Kugel übertragen. Ich bin ja ein schnellkräftiger Typ, der Ausstoß erfolgt mit hoher Geschwindigkeit, ich will das Zeitfenster für den Stoß so klein wie möglich halten.“ Bis Berlin gelte es, die Abläufe zu optimieren.

Meine Lehre aus den letzten Jahren lautet, nie jemanden zu unterschätzen.

 

Bei der WM 2017 wurde Storl, der zwei Wochen vor der Heim-EM seinen 28. Geburtstag feiert, nur Zehnter. „Auch das europäische Kugelstoßen entwickelt sich ständig, es kann immer Überraschungsgegner geben, und ich bin nun langsam in einem fortgeschrittenen Alter.“ Ein kleiner Hinweis, dass der Weltmeister von 2011 und 2013 hofft, ohne Verletzungen durchzukommen.

Sein sportlicher Fokus reicht – auch wenn er sich natürlich zunächst auf Berlin konzentriert – bis Tokio 2020, „aber auch die vier Jahre danach sind möglich“, wie er anfügt.

Tag X in Berlin: 6. August Qualifikation, 7. August Finale.

David Storl

* 27. Juli 1990 in Rochlitz

Sporthilfe-gefördert seit: 2007

Größte Erfolge: Olympia-Zweiter 2012, 2-facher Weltmeister, 3-facher Europameister

(Autor: Jörg Hahn / Veröffentlicht am 17.07.2018)



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