Taktik, Teamgeist und ein perfekter letzter Stein: Das deutsche Curling-Team startet bei Olympia – und setzt auf Strategie statt Zufall. Skip Marc Muskatewitz erklärt, worauf es im Kampf um die Finalrunde wirklich ankommt.


Curling ist ein Sport der Präzision und der Vorbereitung. Vor jedem Match werden die Spielsteine ausgewählt und das Eis genau geprüft. Ein speziell geschulter Eis-Meister bereitet die Oberfläche durch feines Besprühen mit Wasser vor und schafft so die charakteristische Struktur, auf der die Steine kontrolliert gleiten können. Konzentration, taktisches Verständnis und Teamarbeit sind ebenso entscheidend wie Kraft, Stabilität und Ausdauer – auch wenn das Spiel auf den ersten Blick ruhiger wirkt als viele andere Wintersportarten.

Marc Muskatewitz wird seit 2013 von der Sporthilfe gefördert, ist aktuell Mitglied im Top-Team und wurde während seines Studiums mit dem Deutsche Bank Sport-Stipendium von der Sporthilfe begleitet. Er nutzt Gelegenheiten wie die Pressekonferenz im Deutschen Haus bei den Olympischen Spielen, um Curling auch jenen näherzubringen, die mit dem Sport bislang wenig Berührung hatten. Marc Muskatewitz erklärt strategische Abläufe, die besonderen Anforderungen an das Eis und die Unterschiede zum Eishockey. Nicht ohne Grund wird Curling häufig als „Schach auf dem Eis“ bezeichnet – jede Entscheidung ist Teil eines übergeordneten Plans, so der Deutsche Curling-Verband in seiner Pressemitteilung. 

Gemeinsam mit Benjamin Kapp, Johannes Scheuerl, Felix Messenzehl und Mario Trevisiol vertritt Marc Muskatewitz Deutschland bei den Olympischen Spielen. 

Wettbewerbe in Europa bieten dem Team eine besondere Atmosphäre, da viele große Curling-Events traditionell in Nordamerika stattfinden. Entsprechend groß ist die Unterstützung vor Ort in Italien durch mitgereiste Fans. Die fünf Athleten sind alle Sporthilfe-gefördert und gehören aktuell dem Top-Team an. Im Juniorenbereich haben sie bereits zwei WM-Silbermedaillen gewonnen, sowie den Europameistertitel bei den Herren. Ihr Bundestrainer Uli Kapp ist nicht nur der Onkel von Spieler Benjamin Kapp, sondern war auch selbst bereits bei Olympia am Start (1998 und 2006). Er war selbst Sporthilfe-gefördert und ist heute zudem im Alumni-Club der Sporthilfe.

Ein zentrales Element des Spiels ist der sogenannte „Hammer“ – der letzte Stein eines Ends. Er kann den Verlauf einer Partie entscheidend beeinflussen. Für Marc Muskatewitz liegt genau darin der besondere Reiz des Sports: Ein einzelner Stein kann den Unterschied machen – besonders auf olympischer Bühne.

Marc Muskatewitz ist der Skip des deutschen Curling-Teams, also der Kapitän, der die Strategie des Spiels bestimmt. Für ihn ist der Einstieg ins olympische Turnier vor allem eine Frage der Einstellung: 

„Gegen starke Gegner zu beginnen, ist immer gut“,

sagt der Top-Athlet bei der offiziellen Pressekonferenz im Deutschen Haus mit Blick auf den starken ersten Gegner Kanada. 

Im olympischen Curling-Wettbewerb treten zehn Teams im Modus „Round Robin“ gegeneinander an, jeder gegen jeden. Die vier bestplatzierten Mannschaften qualifizieren sich für die Finalrunde und spielen um die Medaillen. 

Ziel der deutschen Mannschaft ist es, sich stabil durch die Vorrunde zu spielen und sich im Kreis der Top-Teams zu etablieren. Auch organisatorische Rahmenbedingungen wie kurze Eis-Trainingszeiten oder wechselnde Spielrhythmen gehören zur olympischen Realität. Für die junge deutsche Mannschaft ist es der erste gemeinsame Auftritt auf olympischem Eis – entsprechend groß sind Motivation und Anspruch. Das Team will die internationale Bühne nutzen, um seine Entwicklung unter Beweis zu stellen.

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