Leistung in der DNA: Sara und Felix Messenzehl

Sie teilen nicht nur die DNA, sondern auch die größten Momente ihrer Karrieren: Brüder und Schwestern im Spitzensport erleben Höhen und Tiefen gemeinsam – und machen Erfolge doppelt besonders. Im Schlaglicht diesmal: Drei Geschwisterpaare, die in ähnlichen, identischen und auch unterschiedlichen Sportarten zu den Olympischen Spielen wollen.


In die Fußstapfen der Eltern zu treten, ist nicht immer einfach. Als Sara und Felix Messenzehl schon in sehr jungen Jahren den Curling-Sport für sich entdeckten, haben sie aber keinen Moment daran gedacht, dass sie einmal am Vater gemessen werden könnten. Markus Messenzehl gehörte zur deutschen Curling-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2002. Ein Jahr später holte er WM-Silber und seine zweite EM-Goldmedaille mit dem Team. Auch nach seiner Nationalmannschaftskarriere blieb er dem Sport eng verbunden. Als Fan und als Trainer. „Man kann schon sagen, dass wir fast ein bisschen auf dem Eis aufgewachsen sind“, sagt Sara. Sie war acht, als sie mit Curling begann, ihr zwei Jahre älterer Bruder zehn. Die Geschwister haben die Leidenschaft des Vaters, der auch in den ersten Jahren ihr Trainer in Oberstdorf war, früh verinnerlicht.  

Die beiden spielten als Kinder auch Tennis, Felix zudem Fußball, aber irgendwann mussten sie sich entscheiden – und die Wahl fiel ihnen nicht schwer. Es gibt sicher prestigeträchtigere Sportarten, aber kaum spannendere, findet Felix.

„Curling vereint sehr viel. Präzision, Strategie, Intelligenz“, sagt er.  Das sei ein bisschen wie beim Schach. „Auf der anderen Seite ist es auch körperlich ein brutal anstrengender Sport.“ Der Vergleich mit dem Vater ist kein Thema bei den Messenzehls, war es noch nie. Felix ist beim Curling früher dran als einst Markus Messenzehl, der bei seinem ersten großen Titel fast 30 war. Felix wurde schon mit 21 Europameister. Die Medaille im vergangenen Jahr war die erste für deutschen Curler bei den Kontinentalmeisterschaften seit 16 Jahren. Und nun, mit 22, steht er vor seinen ersten Olympischen Spielen.  

Anders als die Schwester mit den Frauen, die die Olympia-Quali im vergangenen Dezember verpassten, sind die deutschen Männer für Mailand und Cortina d’Ampezzo im kommenden Februar qualifiziert. Und er will besser abschneiden als einst die Mannschaft mit dem Vater, die in Salt Lake City Sechster wurde. „Wir haben definitiv das Zeug, unter die besten Vier zu kommen“, findet Felix, der seit 2003 als Sportsoldat bei der Bundeswehr ist und im Top-Team der Sporthilfe gefördert wird. Im EM-Finale Anfang des Jahres haben die deutschen Curler immerhin die Nummer eins der Welt, Schottland, bezwungen.

Sara und Felix Messenzehl (Foto: Privat)

Als Zweite der Junioren-Weltmeisterschaft ist das Potenzial im Frauenteam groß, aber „wir haben als junges Team noch gar nicht so die Erfahrung“, sagt Sara, die seit Herbst Internationales Management studiert und neben der Unterstützung als Mitglied des Talent-Teams auch noch eine Nachwuchselite- und Studiumsförderung von der Sporthilfe erhält. Die Teilnahme an den Spielen 2030 in den französischen Alpen sind das langfristige Ziel.

Früher, als Kinder, habe es diese typischen „Geschwister-Kabbeleien“, wie es Felix bezeichnet, gegeben. Egal, ob privat oder beim Sport. Aber das familiäre Konkurrenzdenken ist nun vorbei. Sie unterstützen sich gegenseitig und holen sich Tipps voneinander. Gemeinsam nach Italien zu den Winterspielen zu reisen, wäre natürlich „etwas ganz Besonderes“ gewesen, findet Sara. Da ist sie sich, wie so oft, wenn es um Curling geht, einig mit ihrem Bruder. In vier Jahren gibt es die nächste Gelegenheit. 

Außerdem im Schlaglicht:


Coletta und Johannes Rydzek

Foto: DSV

Katharina und Sebastian Schwachhofer

Foto: Deutscher Segler-Verband / Felix Diemer

 

Erschienen im Sporthilfe Magazin

Zur Ausgabe 02.2025



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