Melanie Seeger
Frankfurt am Main, 13.04.2016

Nachträglich Bronze-Prämie für Melanie Seeger

Nach Doping-Urteil des CAS gegen Russin rückt die Geherin auf Platz drei vor

Später Lohn für einen couragierten Wettkampf: Die Potsdamer Geherin Melanie Seeger ist durch die nachträgliche Disqualifikation der Russin Olga Kaniskina bei der Europameisterschaft 2010 von Platz vier auf den Bronze-Rang gerückt. Der Gutachterausschuss der Deutschen Sporthilfe hat dafür nun eine Leistungsprämie in Höhe von 2400 Euro bewilligt.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte im März entschieden, dass Olga Kaniskina alle Wettkampfergebnisse vom 5. August 2009 bis zum 15. Oktober 2012 aberkannt werden. In diesen Zeitraum fiel auch die EM in Barcelona im Jahr 2010: Olga Kaniskina hatte in Katalonien zunächst den Titel über 20 Kilometer vor ihren russischen Teamkolleginnen Anisya Kirdyapkina und Vera Sokolova gewonnen.

Die vielfache deutsche Meisterin Melanie Seeger war in einem großartigen Wettkampf mit elf Sekunden Rückstand auf den dritten Platz zunächst ohne Medaille geblieben. „Das war das Rennen meines Lebens“, hatte die Potsdamerin nach diesem Comeback im Anschluss an ihre erste Babypause gesagt. Heute lebt Melanie Seeger (39) in Belgien und arbeitet als Lehrerin. Die Mutter dreier Töchter ist nun die erste deutsche Geherin, die bei einem internationalen Großereignis eine Medaille gewonnen hat. Moralisch, so sagte sie kürzlich gegenüber „leichtathletik.de“, fühle sie sich angesichts der Dopingskandale in der russischen Leichtathletik und besonders unter den dortigen Gehern ohnehin als Europameisterin: „Eigentlich müsste mir Gold zustehen.“

„Wir nehmen unsere Leitbegriffe ‚Leistung. Fairplay. Miteinander.‘ ernst. Unabhängig vom Zeitpunkt des Wettkampfs und von der Höhe einer Nachzahlung ist es der Deutschen Sporthilfe wichtig, das Signal auszusenden, dass wir alles unterstützen, was Fairplay für unsere Athleten und von unseren Athleten bedeutet“, sagte Jörg Adami, Vorstandsmitglied und Direktor Förderung der Deutschen Sporthilfe. Zur Förderung der Deutschen Sporthilfe gehören auch Leistungsprämien. EM- und WM-Prämien gibt es aber nach der Anhebung der Olympia-Prämien und zugunsten einer verlässlichen monatlichen Förderung durch die Deutsche Sporthilfe seit dem Jahr 2013 nicht mehr.


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Pressekontakt

Stiftung Deutsche Sporthilfe
Hans-Joachim Elz

Tel.069 / 67803 – 350
Mailhans-joachim.elz@sporthilfe.de


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