Lisa Mayer - "Sport-Stipendiat des Jahres" 2016
Frankfurt am Main, 23.09.2016

Lisa Mayer: „Bei Olympia 2020 in Tokio will ich eine Medaille“

Die Germanistik-Studentin und Olympia-Vierte von Rio de Janeiro mit der 4x100-Meter-Staffel Lisa Mayer ist „Sport-Stipendiat des Jahres“ 2016. Das hat eine von Deutscher Bank und Deutscher Sporthilfe initiierte Online-Abstimmung unter fünf Finalisten ergeben, an der sich vor den Olympischen Spielen tausende Sportbegeisterte beteiligt haben. Lisa Mayer wurde dafür am gestrigen Donnerstag (22.09.2016) von der Deutschen Bank und der Deutschen Sporthilfe in Frankfurt ausgezeichnet.

Der seit 2013 begehrte Titel „Sport-Stipendiat des Jahres“ krönt eine tolle Saison. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

 

Lisa Mayer: Ich habe damit nie gerechnet und war völlig überrascht, dass ich am Ende vorne gelegen habe. Es waren einige Kandidaten dabei, die bei Olympia eine Medaille geholt hatten und es genauso verdient hätten. Umso mehr freue ich mich, denn für mein Studium ist die Unterstützung enorm wichtig. Immerhin bekomme ich jetzt 800 Euro im Monat. Doppelt so viel wie bisher. Das tut sehr gut, denn wir verdienen im Unterschied zu den Fußballern keine Reichtümer.

Sie sind gerade 20 Jahre, gelten als eines der größten Sprint-Talente Deutschlands und geben sich sehr eloquent in ihren Interviews. Woher kommt dieses Selbstbewusstsein?

Lisa Mayer: Das war nicht immer so. Früher war ich eher ein kleines graues Mäuschen. Durch den Sport bin ich gewachsen. Da musst Du oft Interviews geben und Rede und Antwort stehen. Es macht mir aber Spaß, und da ich später im Journalismus oder beim Fernsehen arbeiten will, ist es eine gute Übung für mich. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Es gehört einfach zum Spitzensport dazu.

Die Saison ist nun beendet. Wie sieht ihr Saison-Fazit aus?

Lisa Mayer: Diese Saison war der Wahnsinn. Bei der Hallen-DM in Leipzig und der DM in Kassel bin ich jeweils Zweite geworden. Ich habe meine Bestleistung in diesem Jahr gesteigert und bei der EM in Amsterdam habe ich mit der 4x100 Meter-Staffel Bronze geholt. Unbeschreiblich war meine erste Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Rio. In Rio waren wir in einem spannenden Finale am Ende auf Platz vier. Mein Traum ist eine Medaille 2020 in Tokio. Ich bin jung, da ist noch viel möglich.

Was war für Sie der emotionalste Moment im Olympia-Jahr?

Lisa Mayer: Als ich im Vorlauf bei den Olympischen Spielen in Rio das Q gesehen habe und PB für persönliche Bestleistung aufgeleuchtet ist, hatte ich Gänsehaut. Das ist eben etwas ganz anderes, als wenn Du einen schnellen Lauf in Mannheim hinlegst. Olympia ist eine ganz eigene Welt.

In zwei Jahren finden die Europameisterschaften in Berlin statt. Die Heim-EM ist sicherlich für Sie ein großes Ziel auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio, oder?

Lisa Mayer: Auf jeden Fall. Die WM 2009 war ja schon ein großer Erfolg, und ich denke, die EM 2018 in Berlin wird es auch. Auf europäischer Ebene ist das eine große Herausforderung für mich, auf die ich mich freue, denn da haben wir Heimvorteil im Olympiastadion. Das wird eine ganz besondere Atmosphäre.

Das Gespräch führte Peter Schmitt.
Abdruck honorarfrei.

Video: Leichtathletin Lisa Mayer ist "Sport-Stipendiat des Jahres" 2016

Steckbrief

Lisa Mayer (* 2. Mai 1996 in Gießen)

Sportart: Leichtathletik/Sprint
Wohnort: Frankfurt am Main
Verein: LG Langgöns/Oberkleen

Größte Erfolge

  • Olympia-Vierte mit der 4 x 100-Meter-Staffel (2016)
  • EM-Bronze mit der 4 x 100-Meter-Staffel (2016)
  • Silber bei der U20-EM über 100 m (2015)
  • Bronze bei der U20-WM mit der 4 x 100-Meter-Staffel (2014)
  • Silber bei den Deutschen Meisterschaften 2016 über 100 m und 200 m

Studium:          Germanistik und Geographie
Universität:      Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Auszeichnung „Sport-Stipendiat des Jahres“ wird seit 2013 vergeben

Seit 2013 vergeben Deutsche Bank und Deutsche Sporthilfe unter den studierenden Top-Athleten den Titel „Sport-Stipendiat des Jahres“. Dem Gewinner verdoppelt die Bank eineinhalb Jahre das laufende Stipendium auf 800 Euro pro Monat. Die weiteren vier Finalisten erhalten für den gleichen Zeitraum eine Zusatzförderung über 200 Euro monatlich. Vor Lisa Mayer wurden bereits ausgezeichnet die Triathletin und Mathematik-Studentin Sophia Saller (2015), Weitspringerin und Politik-Studentin Malaika Mihambo (2014) sowie Hockey-Olympiasieger und Medizin-Student Martin Häner (2013).

Deutsche Bank ist größter privatwirtschaftlicher Förderer

Die Deutsche Bank begleitet die Deutsche Sporthilfe seit rund vier Jahrzehnten in unterschiedlichster Form. Seit 2001 ist sie Partner der Sporthilfe und seit 2008 einer der fünf „Nationalen Förderer“. Anfang 2015 wurde die Partnerschaft bis 2018 verlängert. Damit ist die Bank der größte privatwirtschaftliche Förderer in der Geschichte der Deutschen Sporthilfe.

2012 hat sie das „Deutsche Bank Sport-Stipendium“ ins Leben gerufen. Damit konnte die Sporthilfe-Förderung für studierende Spitzenathleten zunächst auf monatlich 300 Euro verdoppelt werden. Anfang 2015 wurde der Betrag auf 400 Euro monatlich erhöht. Aktuell profitieren bis zu 400 Sporthilfe-geförderte Athleten aus 30 Sportarten von diesem Programm, das mit dem dritten Semester einsetzt und mit einem Zeitbonus über die Regelstudienzeit hinaus gewährt wird.


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