Leistung in der DNA: Katharina und Sebastian Schwachhofer

Sie teilen nicht nur die DNA, sondern auch die größten Momente ihrer Karrieren: Brüder und Schwestern im Spitzensport erleben Höhen und Tiefen gemeinsam – und machen Erfolge doppelt besonders. Im Schlaglicht diesmal: Drei Geschwisterpaare, die in ähnlichen, identischen und auch unterschiedlichen Sportarten zu den Olympischen Spielen wollen.


Sizilien, Portugal, Palma de Mallorca – das klingt nach Sonne, Strand, Meer, Erholung. Aber für Katharina Schwachhofer sind diese Reisen kein Urlaub, sondern mit harter Arbeit verbunden. Gut 200 Tage im Jahr ist sie unterwegs, nicht allein, sondern mit einem Segelboot und ihrer Vorschoterin Elena Stoltze. Die beiden wurden im Herbst Junioren-Europameisterinnen in der Klasse 49erFX. Davor hatten sie bereits den Titel bei der Junioren-Weltmeisterschaft geholt.

Katharina kommt aus Bruchsal bei Karlsruhe und wohnt mittlerweile in Frankfurt, beides weit entfernt von einem vernünftigen Segelrevier. Zu dem Sport kam sie über ihren zwei Jahre jüngeren Bruder. Sebastian hatte in den Ferien am Achensee in Tirol immer die Boote auf dem Wasser beobachtet. „Segeln hat mich gereizt“, erzählt er. Er probierte es aus, seine Schwester dann auch. Aber während Katharina sich auf dem Wasser ganz in ihrem Element fühlte, fand Sebastian dann doch Basketball besser als Segeln. Er schaffte es weit nach oben, spielte in Ludwigsburg Zweite Liga.

Parallel dazu begann er mit 3x3-Basketball, „zunächst ohne daran zu denken, das leistungsmäßig zu machen. Ich fand es erst einmal einfach lustig“, sagt der 20-Jährige. Aber dann war es plötzlich doch ernst. 2022 wurde er mit dem Team U17-Europameister, anschließend gab es mit der U18 Gold beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (YOF) sowie bei der Weltmeisterschaft.

Dass er sich irgendwann wird entscheiden müssen zwischen den beiden Varianten, war ihm bald bewusst. Anfang des Jahres 2025 zog er sich eine langwierige Knorpelverletzung zu, verlor seinen Potenzial-Team-Status, wurde aber ins #comebackstronger-Team der Sporthilfe aufgenommen und steht jetzt vor der Rückkehr in den Sport. Er will sich nun erst einmal auf 3x3-Basketball konzentrieren, plant deshalb auch einen Umzug nach Hannover, wo sich der Bundesstützpunkt für 3x3-Basketball befindet. Das große Ziel ist es, sich erst einmal für die Mannschaft zu empfehlen und mit dieser dann die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu schaffen.

Da würde er gerne seine Schwester treffen, nicht als Zuschauerin, sondern ebenfalls als Olympia-Teilnehmerin. „Das wäre wirklich der Höhepunkt“, sagt Sebastian. Für die 22 Jahre alte Katharina hätte es noch aus einem anderen Grund einen besonderen Reiz. „Wir sehen uns ja nicht so häufig, deshalb wäre es wahnsinnig schön, wenn sich die Wege so in der Mitte treffen würden“, bei einem gemeinsamen sportlichen Großereignis.

Katharina und Sebastian Schwachhofer (Foto: Deutscher Segler-Verband / Felix Diemer)

Die Hürden, die Katharina bis dahin zu überwinden hat, sind ähnlich hoch wie die ihres Bruders. Zum einen gibt es lediglich einen deutschen Startplatz im 49erFX für Los Angeles. Die Regatten für die Nationenqualifikation beginnen bereits in der ersten Jahreshälfte 2026. Zum anderen bereiten die hohen Kosten dem Duo oft Kopfzerbrechen.

Das Deutsche Bank Sport-Stipendium sowie die Potenzial-Team-Förderung der Sporthilfe sind für Katharina sehr hilfreich, aber ohne zusätzliche Unterstützung der Eltern, kleinerer Sponsoren sowie des Vereins, dem Württembergischen Yachtclub, und des Verbandes, der Reisekosten und den Trainer bezahlt, könnte sie sich den Sport nicht leisten. Allein ein Satz Segel kostet 7.000 Euro, „und davon brauchen wir drei im Jahr“, sagt Katharina. Die Suche nach Sponsoren sei neben der Organisation der Reisen zu den Regatten oder Trainingslagern und dem Studium „einer unserer Hauptbeschäftigungen“, gibt sie zu.

Die Disziplin seiner Schwester, das Engagement, mit der sie ihren Sport, aber auch in Kombination mit ihrem Studium betreibt, bewundert Sebastian. „Ohne eine gewisse Disziplin geht es im Leistungssport ja nicht“, sagt er. Auch er studiert, Informatik an der Fern-Universität in Hagen, aber es bleibe ihm dennoch mehr Freizeit als Katharina. Dafür hätte die ältere Schwester gerne etwas mehr von der Ruhe und der Gelassenheit von Sebastian. „Mein Bruder schafft es ganz gut, zu wichtigen, auch emotionaleren Themen Distanz aufzubauen.“

Außerdem im Schlaglicht:


Coletta und Johannes Rydzek

Foto: DSV

Sara und Felix Messenzehl

Foto: Privat

 

Erschienen im Sporthilfe Magazin

Zur Ausgabe 02.2025



Unsere Nationalen Förderer